Terrorismus: Göttinger Medizinstudent in Israel verhaftet

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Vorwürfe aus Israel: Hicham J. H. Foto: Waisenkinderprojekt Libanon e.V.

BERLIN. Ein arabischstämmiger Student aus Göttingen ist in Israel verhaftet worden. Dem Medizinstudenten Khaled Kashkoush wird vorgeworfen, für die radikalislamische Terrororganisation Hisbollah in Deutschland Kommilitonen ausgespäht und für mögliche Attentate rekrutiert zu haben. Als Gegenleistung soll er 13.000 Euro erhalten haben.

Der Araber mit israelischem Paß soll gezielt auf Landsleute angesetzt worden sein. „Die Untersuchung ist ein weiterer Beweis, daß die Hisbollah israelische Araber als attraktives Ziel für Rekrutierung und Steuerung betrachtet. Sie will von deren staatsbürgerrechtlichen Status der Freizügigkeit und Verbindung zu den verschiedensten Stellen in Israel profitieren“, heißt es in einer Stellungnahme des israelischen Außenministeriums.

Ausspionierung israelischer Soldaten

Die Verhaftung erfolgte bereits am 16. Juli auf dem Flughafen von Tel Aviv. Bisher wurde über den Vorfall eine Nachrichtensperre verhängt. Laut israelischer Darstellung hat Kashkoush versucht, an eine Stellung am Krankenhaus Ramban in Haifa zu gelangen, wo er verwundete israelische Soldaten hätte ausfragen können.

Die Ammerlandklinik in Westerstede bestätigte dagegen dem Göttinger Tageblatt, daß Kashkoush dort am 18. Juli ein Praktikumsjahr beginnen wollte. Die Familie des Verhafteten bestritt die Vorwürfe. Der sunnitische Moslem Kashkoush sei nicht in Tätigkeiten der schiitischen Hisbollah verwickelt.

Laut Israel dagegen wurde Kashkoush 2002 vom in Göttingen praktizierenden Chirurgen Hicham J. H. angeworben. Dieser ist Vorsitzender des Waisenkindprojekts Libanon (WKP), welches nach israelischen Geheimdienstinformationen zur Hisbollah gehört und Gelder für das „Libanesische Märtyrer-Institut“ sammelt. H. soll den Kontakt zu dem Libanesen Mohammed H. hergestellt haben, der angeblich als Führungsoffizier Spione für die Hisbollah anwerben und leiten soll.

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