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Politiker kritisieren türkische Wahlkampfveranstaltung in Köln

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Werbeplakat für die Veranstaltung mit Erdogan in Köln

BERLIN. Der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Fraktion im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), hat davor gewarnt, innenpolitische Auseinandersetzungen aus der Türkei nach Deutschland zu importieren.

Man sollte alles unterlassen was dazu beitragen kann, noch irgendwelche Emotionen anzuheizen, sagte Bosbach im Deutschlandfunk mit Blick auf den am Sonntag geplanten Wahlkampfauftritt des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Köln und vor dem Hintergrund der Brandkatastrophe in Ludwigshafen, bei der am Sonntag neun Türken ums Leben gekommen waren.

Auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün kritisierte Erdogan. Die Türkei müsse alles unterlassen was den Eindruck erweckt, sie wäre verantwortlich für die Menschen in Deutschland und sie würden die Probleme dieser Menschen hier lösen, sagte sie ebenfalls im Deutschlandfunk.

Türken verprügeln Feuerwehrmann

Zu der Veranstaltung mit dem türkischen Ministerpräsidenten in der Köln-Arena werden bis zu 18.000 Menschen erwartet. Bereits seit Tagen werben in Köln zahlreiche Plakate, teilweise nur auf türkisch, für die Großveranstaltung.

Unterdessen wurde bekannt, daß einer der Feuerwehrleute, die in Ludwigshafen an der Rettung der Hausbewohner beteiligt waren, am Dienstag von türkischen Jugendlichen zusammengeschlagen worden ist und ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Die Tat steht offenbar im Zusammenhang mit Berichten türkischer Medien, die mehrfach behauptet hatten, die Feuerwehr sei zu spät am Brandort erschienen.

Andere Feuerwehrleute sollen bespuckt worden sein. „Hier werden Retter zu Tätern stilisiert“, kritisierte der zuständige Polizeipräsident Wolfgang Fromm. „Die Menschen, die anderen Menschen geholfen haben, werden als Mörder denunziert.“ Das sei nicht akzeptabel.

„Nazi-Parolen“ an der Hauswand mehrere Jahre alt

Die „Nazi-Parolen“, die an der Wand des Brandhauses entdeckt worden sind, und die Spekulationen über einen fremdenfeindlichen Anschlag genährt haben, sind nach Informationen der JUNGEN FREIHEIT schon mehrere Jahre alt.

In den neunziger Jahren war im Erdgeschoß des Hauses, das bis zum Brand ausschließlich von Türken bewohnt wurde, kurzzeitig ein Treffpunkt der rechtsextremen Szene untergebracht. Die Schmierereien an der Hauswand sollen nach Angaben eines ehemaligen Anwohners noch aus dieser Zeit stammen.

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