Niels Annen verliert Abstimmung um Direktmandat

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Niels Annen (SPD): Sein Wiedereinzug in den Bundestag ist unwahrscheinlich Foto: Bundestag

HAMBURG. Der SPD-Politiker Niels Annen muß um seinen Wiedereinzug in den Bundestag bangen. Der ehemalige Juso-Bundesvorsitzende unterlag am Samstag bei der Abstimmung um das Direktmandat seines Hamburger Wahlkreises Eimsbüttel mit einer Stimme.

Sein Kontrahent, der 26 Jahre alte Hamburger Juso-Chef Danial Ilkhanipour, hatte seine Kandidatur erst bekanntgegeben, nachdem die Delegierten für die Wahl feststanden. Anhänger Annens warfen Ilkhanipour vor, mit zahlreichen Juso-Mitgliedern einzelne Distrikte gezielt unterwandert und dort eigene Leute als Delegierte durchgesetzt zu haben.

Als am Freitag dann klar wurde, daß Annen eventuell nicht mehr über eine Mehrheit bei der Wahl zur Nominierung verfügen würde, hatten sich zahlreiche SPD-Bundespolitiker, darunter auch Parteichef Franz Müntefering, für den 35 Jahre alten Bundestagsabgeordneten stark gemacht.

Einzug über Landesliste unwahrscheinlich

Annen gilt in der Fraktion als linkes Aushängeschild und hoffnungsvolles Nachwuchstalent. Bekannt wurde er vor allem durch sein Engagement im „Kampf gegen Rechts“ und als „Dauer-„ und „Berufsstudent“ (Bild-Zeitung), der sein Studium nach 28 Semester ohne Abschluß abbrach.

Ilkhanipour dagegen wird eher dem rechten Parteiflügel zugerechnet. Er war Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten und Sprechers des parteiinternen konservativen „Seeheimer Kreises“ Johannes Kahrs, der wiederum zu Annens Kritikern gehört.

Daß Annen nun über die Landesliste in den Bundestag einziehen könnte, gilt  als unwahrscheinlich. Auf Platz eins der Liste soll Bundesarbeitsminister und Ex-Generalsekretär Olaf Scholz kandidieren, auf Platz zwei eine Frau.

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