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Islamkritik: Giordano greift 68er an

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Logo der Kritischen Islamkonferenz in Köln

KÖLN. Der jüdische Schriftsteller und Journalist Ralph Giordano hat am Wochenende vor einer immer stärker um sich greifenden „political correctness“ gewarnt. 

Die Aussage „Wer gegen den Bau von Großmoscheen ist oder gar den Islam kritisiert, der macht die Sache der Nazis von heute“, sei das „niederträchtigste aller niederträchtigen“ Totschlagargumente, sagte Giordano auf der Kritischen Islamkonferenz des Zentralrates der Ex-Muslime in Köln.

„Ich kenne keine schamlosere Ausbeutung des generationsüberhängenden Schulddrucks aus der Nazizeit an den schuldlosen Generationen von heute, als diese Chefanklage deutscher Umarmer, Gutmenschen vom Dienst, Multikulti-Illusionisten, xenophiler Einäugiger und unbelehrbarer Beschwichtigungsdogmatiker“, sagte Giordano in seiner Eröffnungsrede auf der Konferenz.

Abschlußerklärung verabschiedet

Unter ihnen seien nicht zuletzt maßgebliche Politiker der 68er, die unfähig seien, ihre Denkmuster in Frage zu stellen.

Unter dem Motto „Aufklären statt verschleiern“ wurde auf der Konferenz eine Abschlußerklärung gegen die zunehmende Islamisierung in Deutschland und Europa beschlossen. 

Dabei kritisierte der Zentralrat vor allem die Integrationspolitik von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU). Dessen Initiative zur verbesserten Integration islamischer Zuwanderer, die auf eine Stärkung ihrer religiösen Identität setzt, würde die Emanzipation nicht fördern, sondern erschweren.

Islam wird schöngeredet

In öffentlichen Stellungnahmen werde der Islam häufig als friedliebende und tolerante Religion schöngeredet. Jedoch handele es sich bei Terroranschlägen und Ehrenmord nicht lediglich um einen Mißbrauch der Religion, heißt es in der Erklärung.

Ein Blick in Koran, Sunna und Scharia zeige vielmehr, daß Gewalt im Namen des Islam eine „tragfähige religiöse Grundlage“ habe und nicht auf Verfälschung beruhe.

Wenn sich heute Zuwanderer in Deutschland  stärker als in der Vergangenheit als Muslime verstehen und westliche Werte ablehnen, sei dies ein „Erfolg“ der Deutschen Islamkonferenz.

Rolf Stolz auf der Konferenz dabei

Den konservativen Islamverbänden eine bedeutende Rolle bei der Integration zuzuweisen, erinnere zudem an einen Schildbürgerstreich, da gerade diese Verbände echte Integration verhindern wollen, heißt es in der Erklärung weiter.

Der Konferenz wohnte auch der JF-Autor Rolf Stolz bei. Wie berichtet hatte der Mitbegründer der Grünen sich bereits Monate vor der Veranstaltung dem Zentralrat der Ex-Muslime als Referent für eine Podiumsdiskussion angeboten.

Wenige Tage vor Beginn der Veranstaltung wurde ihm von der Vorbereitungsgruppe zur Konferenz jedoch nahegelegt, nicht teilzunehmen. Als Grund wurde seine publizistische Tätigkeit für die JUNGE FREIHEIT genannt.

Streit im Auditorium

„Über meine Ausladung hat es in der Vorbereitungsgruppe allerdings sehr unterschiedliche Auffassungen gegeben“, erklärte Stolz gegenüber der JF. Er habe sich davon nicht abschrecken lassen und sei trotzdem erschienen.

Beim Einlaß ins Auditorium sei es zum Streit gekommen. Weil Stolz kein Namensschild vorweisen konnte, da er nicht eingeladen war, sei ihm der Zutritt zunächst verwehrt worden.

Erst nach längerer Diskussion habe er doch an der Veranstaltung teilnehmen können. Zentralrats-Vorsitzende Mina Ahadi habe ihm gegenüber versichert, daß sie die Ausladung nicht befürwortet habe.

Krauss rügt die Medien

Stolz forderte auf der Konferenz ein Regenbogen-Bündnis gegen den Islamismus ein, das von der JUNGE  FREIHEIT bis zur Jungen Welt reichen solle. Dies war zum Teil auf Kritik gestoßen.

Der Sozialwissenschaftler Hartmut Krauss rügte unterdessen während einer Podiumsdiskussion die Berichterstattung der Medien über den Islam. „Die deutsche Presse verniedlicht das Problem“, warf er den Journalisten vor und beklagte zugleich das Fehlen einer islamkritischen Partei in Deutschland.

Der Islam sei ferner eine Variante des Rechtsextremismus. Linke könnten sich mit einer Aufwertung dieser Religion nur lächerlich machen. Die ehemalige Politikberaterin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Oda Dridi-Dörffel kritisierte darüber hinaus, daß unter deutschen Politikern bei Islamfragen eine offizielle und eine private Sprache gesprochen werde.

„Sie haben einen Maulkorb bekommen“, sagte sie während der Podiumsdiskussion. Die Parteien würden zu Problemen mit Muslimen schweigen, weil „sie Angst haben, in die rechte Ecke gestellt zu werden“.

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