Grüne fordern Kampf gegen Rechts im Kindergarten

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Logo der Grünen: Die Partei fordert die Bekämpfung des Rechtsextremismus schon in der Kindheit Foto: JF

BERLIN. Die Grünen haben eine verstärkte Bekämpfung des Rechtsextremismus „von der Kindheit bis ins hohe Erwachsenenalter“ gefordert. Rechtsextremismus sei kein gesellschaftliches Randphänomen, ein „Extremismus der Mitte“ breite sich immer weiter aus, heißt es in einem entsprechenden Antrag der Bundestagsfraktion.

Laut den Grünen seien rechtsextreme Einstellungen durch alle gesellschaftlichen Gruppen und in allen Bundesländern gleichermaßen hoch vertreten. Vor allem in ländlichen Regionen sei die „Nazi-Ideologie“ besonders häufig, homogener und verfestigter anzutreffen.

Alters- und genderspezifische Angebote fördern

In Dörfern und Kleinstädten gebe es kaum Initiativen gegen Rechtsextremismus, da hier ein Demokratiedefizit herrsche und abweichende Meinungen kaum akzeptiert würden.

Die Bundesregierung solle sich nach dem Wunsch der Grünen-Fraktion deshalb unter anderem „für lebensbegleitende politische Bildung von der Kindheit bis ins hohe Erwachsenenalter“ einsetzen und mehr „altersspezifische (und genderspezifische) Angebote“ anregen und fördern.

Im Unterricht müßten neben dem historischen Nationalsozialismus zudem verstärkt die Erscheinungsformen des aktuellen Rechtsextremismus behandelt werden. Hierfür sei es notwendig, die Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus im Lehramtsstudium zu verankern.

Bekämpfung des Rechtsextremismus bereits im Kindergarten

Weiter fordern die Grünen, die Bundeszentrale für politische Bildung müsse verstärkt über die „schwul-lesbische Emanzipationsbewegung“ und deren Erfahrungen mit „nach wie vor vorhandenen Diskriminierungen“ informieren.

Zur Bekämpfung des Rechtsextremismus solle die Zentrale außerdem mehr didaktische Ansätze zur Ansprache von Kindern „bereits in der frühesten Erziehung im Kindergärten und Grundschulen“ entwickeln. Ebenso sei eine zusätzliche Förderung alternativer Jugendprojekte notwendig, die auf „ungewöhnlichen und originellen Wegen für Demokratie werben“.
 

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