Bundesregierung will Vertreiberstaaten einbeziehen

zgv
Logo der Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“

BERLIN. Die Bundesregierung will die Vertreiberstaaten Polen und Tschechien bei der Erstellung eines Konzeptes für das geplante Dokumentationszentrum zur Erinnerung an Flucht und Vertreibung mit einbeziehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel werde das Thema in der kommenden Woche mit dem neuen polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk bei dessen Antrittsbesuch in Berlin besprechen, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm.

Das von der Bundesregierung in Berlin geplante „sichtbare Zeichen“ werde sich „gegen niemanden richten“ und „zu keiner Neudefinition oder Neubewertung der Geschichte“ führen. Die deutsche Regierung bekenne sich ohne Wenn und Aber und ohne jeden Vorbehalt zu dem großen Unrecht, „das im deutschen Namen über Europa im Zuge des sogenannten Dritten Reiches gekommen ist“, sagte Wilhelm.

Es sei das Kennzeichen eines gemeinsamen Europas und einer guten Nachbarschaft, daß über die Fragen der Geschichte ein intensiver und partnerschaftlicher Dialog geführt werde, der auf keiner Seite Verletzungen hervorrufe.

Laut Wilhelm wird das Konzept derzeit in den Regierungsressorts beraten. Es soll noch vor Ende des Jahres ins Kabinett eingebracht werden. Die Große Koalition hatte sich im Oktober nach jahrelangem Streit auf die Errichtung eines Dokumentationszentrums zur Erinnerung an Flucht und Vertreibung geeinigt.

Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
Hierfür wurden keine ähnlichen Themen gefunden.
aktuelles