CARACAS. Die venezolanische Hauptstadt Caracas ist in der Nacht auf Samstag Ziel von US-Luftangriffen geworden. Nach Angaben mehrerer US-Medien ordnete Präsident Donald Trump Angriffe auf militärische Einrichtungen rund um die Stadt an.
Die Serie von mindestens sieben Explosionen setzte gegen zwei Uhr Ortszeit ein und erschütterten weite Teile der Hauptstadt sowie angrenzende Regionen.
Betroffen gewesen sein sollen unter anderem militärische Anlagen im Bundesstaat Miranda, in dem Caracas liegt, sowie in den Nachbarstaaten Aragua und La Guaira. Augenzeugen berichteten von Feuer, dichten Rauchsäulen und Stromausfällen. In sozialen Netzwerken verbreiteten sich Bilder brennender Militäranlagen, darunter auch Aufnahmen aus dem größten Militärkomplex des Landes, Fuerte Tiuna.
🚨BREAKING via @CBSNews: President Trump ordered strikes on sites inside Venezuela including military facilities, U.S. officials said, as the administration early Saturday ratcheted up its campaign against the regime of President Nicolás Maduro. via @JimLaPorta and me
— Jennifer Jacobs (@JenniferJJacobs) January 3, 2026
Maduro ruft Ausnahmezustand in Venezuela aus
US-Medien berichteten unter Berufung auf Regierungsquellen, Trump habe gezielte Luftschläge gegen militärische Ziele befohlen. Weder der Präsident noch Verteidigungsminister Pete Hegseth äußerten sich bislang öffentlich zu den Angriffen. Die US-Luftfahrtbehörde untersagte unterdessen amerikanischen Fluggesellschaften Flüge über venezolanischem Luftraum wegen anhaltender militärischer Aktivitäten.
Die venezolanische Regierung sprach von einem Akt der Aggression und einer Verletzung der Charta der Vereinten Nationen. Ziel des Angriffs sei, die politischen Strukturen des Landes zu brechen und sich Zugang zu strategischen Ressourcen wie Öl und Mineralien zu verschaffen, hieß es in einer offiziellen Erklärung. Man werde die nationale Souveränität verteidigen.
Präsident Nicolás Maduro verhängte den Ausnahmezustand und ordnete die Umsetzung sämtlicher nationaler Verteidigungspläne an. Damit erhielt die Regierung weitreichende Befugnisse, Bürgerrechte einzuschränken und den Einsatz der Streitkräfte auszuweiten. In einer Fernsehansprache rief Maduro die Bevölkerung auf, sich gegen die „imperialistische Aggression“ zu mobilisieren.
USA werfen Venezuela Drogen-Terrorismus vor
Auch international lösten die mutmaßlichen Angriffe scharfe Reaktionen aus. Kolumbiens Präsident Gustavo Petro sprach von einem Angriff auf Venezuela und forderte eine sofortige Sondersitzung der Organisation Amerikanischer Staaten sowie der Vereinten Nationen. Kuba verurteilte die Angriffe als „kriminelle Handlung“ und sprach von staatlichem Terrorismus.
Die Eskalation erfolgt vor dem Hintergrund seit Monaten wachsender Spannungen zwischen Washington und Caracas. Die USA werfen Maduro unter anderem narco-terroristische Aktivitäten vor und gehen seit längerem militärisch gegen mutmaßliche Drogenschmuggler vor der venezolanischen Küste vor. Erst kürzlich hatte Maduro dennoch Gesprächsbereitschaft signalisiert, insbesondere im Bereich der Drogenbekämpfung. (rr)





