Ufo
Klischeebild eines Ufos, Quelle: Picture Alliance

Ufo-Bericht des US-Verteidigungsministeriums
 

„Mein Gott, es rotiert!“

„Jeden Tag! Ein paar Jahre lang sahen wir sie jeden Tag …“, Leutnant Ryan Graves, US-Marineflieger, blickt in das ungläubige Gesicht des Journalisten Bill Withaker, als er hinzufügt: „ … und sie beobachteten uns.“ Dann ist das schwarzweiße Videobild eines kleinen undefinierbaren Objekts zu sehen, aufgenommen von der Spezialkamera eines Luftaufklärers der amerikanischen Marine, und die Stimme eines Piloten kommentiert: „Mein Gott, … es rotiert.“

Was sich anhört wie aus einem Hollywoodfilm oder einer sensationsheischenden Fiction-„Doku“ eines US-Kabelsenders, dem jedes Mittel recht ist, Quote zu machen, stammt tatsächlich aus einem aktuellen Beitrag des renommiertesten TV-Politikmagazins der USA: „60 Minutes“, beim Fernsehriesen CBS seit 1968 im Programm, überhäuft mit Preisen, darunter 78 Emmys, gilt das Magazin weltweit als Pionier investigativen TV-Journalismus’ und als amerikanische Nachrichten-Institution.

„60-Minutes“-Moderator Bill Whitaker fragt einen weiteren Angehörigen der Streitkräfte: „Sie wollen mir also sagen, daß Ufos Realität sind?“ „Bill“, seufzt der leise, „darüber sind wir längst hinaus.“ Und betont setzt er hinzu: „Die Regierung bestätigt, daß sie real sind. Nicht ich sage Ihnen das. Die Regierung der Vereinigten Staaten sagt Ihnen das!“

Obama: „Es gibt Objekte, die können wir nicht erklären.“

Der sich da so überzeugt gibt, ist Luis Elizondo. Zwanzig Jahre diente er in der Spionageabwehr des US-Heeres, unter anderem im Mittleren Osten, in Afghanistan und Guantanamo. Mit Ufos hatte er nie etwas am Hut, bis er 2008 in eine damals unbekannte, „mysteriöse“ (New York Times) Untersuchungskommission des Pentagons berufen wurde: AATIP, „Advanced Aerospace Threat Identification Program“ (Fortgeschrittenes Programm zur Aufklärung von Bedrohungen der Luft- und Raumfahrt). Aufgabe der von Elizondo von 2010 bis 2012 geführten Truppe war es, Informationen über unidentifizierte Luftphänomene zu sammeln, sogenannte „UAP“ („Unidentified Aerial Phenomena“). Ein Begriff der meint, was ein anderer bereits bezeichnet, der aber vermieden werden soll: Ufos.

An dieser Stelle seiner Ausführungen erlebt Geheimdiensthaudegen Elizondo meist die gleiche Reaktion: ungläubiges Staunen. Doch inzwischen hat er sich eine Antwort dafür zurechtgelegt: „Bill, ich behaupte ja nicht, daß es nicht verrückt und unglaublich klingt, was ich sage, (aber) es ist Realität. Und die Frage, die sich uns nun stellt, ist: Womit haben wir es da zu tun? Was sind die Intentionen dahinter? Und zu was sind (diese Phänomene) in der Lage?“

Passenderweise gibt Elizondo auf Letzteres gleich selbst die Antwort: „Eine Technologie, die Beschleunigungskräfte bis zu 700 G und 6.000 km/h Geschwindigkeit erzeugen kann (Menschen halten etwa 9, moderne Flugzeuge 16 G aus und sind 2.400 bis 3.000 km/h schnell. Anm. d. Red.), die unserem Radar ausweichen und durch Luft, Wasser und vielleicht sogar den Weltraum fliegt, und die dabei ohne sichtbare Auftriebshilfen wie Flügel oder Rotoren, Antriebssysteme wie Düsen und Steuerelemente arbeitet – aber offenbar in der Lage ist, die Schwerkraft aufzuheben. Das ist genau das“, so der Ex-AATIP-Chef, „was wir beobachten!“

Es ist kein Wunder, daß das Thema Ufos – oder UAPs, wie die offiziellen Stellen sagen – in den USA längst dabei ist überzukochen, erst recht, seit Barack Obama ein paar Tage nach der „60-Minutes“-Sendung in einer Late-Night-Show, ebenfalls auf CBS, nachlegte: „Als ich ins Amt kam“, so der Ex-Präsident, „fragte ich, ob wir irgendwo ein Labor haben, in dem wir Außerirdische und ihre Raumschiffe untersuchen. (Mein Stab) stellte ein paar Nachforschungen an, und die Antwort war: Nein! Aber, was wahr ist – und ich spreche jetzt absolut ernsthaft“, versicherte Obama dem Moderator und den Zuschauern vor laufender Kamera, „es gibt Berichte und Filmmaterial von Objekten im Himmel, von denen wir nicht wissen, um was es sich handelt. Wir können ihre Flugbahnen nicht erklären und auch nicht, wie sie sich fortbewegen.“

Die ganze amerikanische Nation wartet mit steigender Spannung

Inzwischen will es auch der US-Kongreß wissen, dessen Geheimdienstausschuß unter Führung des republikanischen Senators Marco Rubio verlangt hat, bis zum heutigen Freitag von Geheimdiensten und dem Verteidigungsministerium einen Bericht in Sachen UAPs vorgelegt zu bekommen. Dabei ist allein schon der Umstand, daß das amerikanische Parlament in der Sache ernsthaft eine Auskunft verlangt, eine Sensation.

Schließlich fordern die Parlamentarier ja auch keine Berichte etwa über Erkenntnisse zu geheimen, unterirdischen Kinderfolterzentren à la QAnon, den Bigfoot, Yeti oder das Fliegende Spaghettimonster an. Das zeigt, daß der Kongreß offenbar genügend „Anfangsverdacht“ sieht, um Ufos nicht mehr zur Kategorie Schwachsinn und Verschwörung zu zählen, sondern nach über fünfzig Jahren nun erstmals als etwas betrachtet, das man nicht für ausgeschlossen hält. So erwartet die ganze amerikanische Nation, ja inzwischen die ganze Welt, den Bericht heute mit steigender Spannung.

Dabei warnen Experten vor zu hohen Erwartungen. Gut möglich, daß der Bericht vergleichsweise unspektakulär ausfällt. Zum einen, weil es für Geheimdienst und Militär nicht untypisch ist zu mauern und Dinge herunterzuspielen. Zum anderen, weil bei vielen, die gespannt warten, inzwischen völlig falsche Vorstellungen herrschen: Im Gegensatz zu dem, was immer mehr Amerikaner annehmen, je mehr die mediale Fieberkurve steigt, geht es nicht darum, ob der Bericht bestätigt, daß es Außerirdische gibt.

Das wird er natürlich auf gar keinen Fall tun. Denn das Außergewöhnliche, das zum derzeitigen Ufo-Interesse geführt hat, ist ja gerade, daß offenbar Objekte existieren, die sich uns völlig zu entziehen vermögen – sowohl dem Zugriff der mit den modernsten Waffen der Welt ausgerüsteten US-Streitkräfte, als vielleicht auch den Erklärungsversuchen der Wissenschaft.

Wer also in dem Bericht nach Erklärungen und Bestätigungen sucht und abwinkt, wenn keine enthalten sein werden, hat nicht verstanden, um was es geht: Sollte der Bericht doch „Sprengstoff“ enthalten, wird dieser gerade darin bestehen, daß er keine Erklärungen und Bestätigungen zu bieten vermag, sondern einräumen muß, daß die Streitkräfte angesichts der Phänomene ratlos sind und ebenfalls nicht wissen, womit wir es zu tun haben.

Allein wenn der Bericht mitteilt, daß es eigentlich kaum verdächtige Vorfälle zwischen UAPs und US-Militär gibt, könnte er die Ufo-Welle glätten. Doch ist damit zu rechnen? Wohl kaum, wenn man Barack Obama für einen ernstzunehmenden Mann hält. Immerhin war er als Präsident acht Jahre lang oberster Dienstherr des Pentagons und der Geheimdienste.

Was steht in dem Teil des Berichts, der geheim bleibt?

Die andere Frage, die sich bezüglich des Berichts stellt, ist die, ob das Pentagon UAPs als potentielle Bedrohung für den Luftraum der USA qualifizieren wird. Hier freilich muß eventuell genau nachgelesen werden, denn das ist der Faktor, der sich bei Bedarf vom Pentagon ebenso aufbauschen wie kleinreden läßt. Und schließlich stellt sich die Frage – die allerdings vorerst nicht zu klären sein wird: Was steht in dem Teil des Berichts, der als geheim klassifiziert, nur dem Kongreß, nicht aber der Öffentlichkeit zugänglich ist?

Doch insgesamt droht die Fixierung auf den Pentagon-Bericht den Blick für das zu verstellen, um was es eigentlich geht. Daß das tatsächlich Spektakuläre nicht mit dessen Veröffentlichung noch vor uns liegt, sondern bereits geschehen ist: Siebzig Jahre lang galten Ufos per se als peinlicher Blödsinn. Und Piloten, die wagten, auf ihre Sichtung zu bestehen, riskierten Ruf und Karriere.

So zum Beispiel Kenju Terauchi, Flugkapitän eines Fracht-Jumbos der Japan Airlines, der 1986 ein Jahr Flugverbot erhielt und dem vorgeworfen wurde, Japan mit seinem Bericht international lächerlich gemacht und entehrt zu haben – obwohl seine beiden Kopiloten die sehr detaillierte Sichtung eines sich völlig unerklärlich verhaltenden Flugobjekts ebenso bestätigten, wie die Radargeräte der zivilen Luftraumüberwachung.

Und der Beamte der amerikanischen Luftaufsichtsbehörde FAA, der den Vorfall untersuchte – John Callahan, damals Leiter der Abteilung „Unfälle, Evaluation und Investigation“ der FAA – nach seiner Pensionierung aussagte, CIA-Beamte hätten ihm gegenüber unmißverständlich einen Ufo-Zwischenfall bestätigt, ihn aber zum Schweigen verpflichtet und anschließend den Abschlußbericht mit Wissen der FAA gefälscht.

Der Fall des bestraften Piloten Teruachi zeigt genau die Problemlinie auf, die das Ufo-Phänomen seit Beginn prägt: Kategorische Verneinung von offizieller Seite, und trotzdem immer wieder neue Sichtungen in den Reihen des fliegenden Personals. Denn es sind eben nicht nur Zivilisten, die von Luftfahrt und Himmelsphänomenen keine Ahnung haben und sich leicht und oft täuschen, die Ufos meldeten, sondern auch das hochqualifizierte, erfahrene Personal von Luftfahrtgesellschaften und Luftwaffen.

Und dies auch noch in einem zahlenmäßigen Ausmaß, das die US-Streitkräfte zunehmend irritiert. Wie anders wäre sonst zu erklären, daß die „Air Force Intelligence, Surveillance and Reconnaissance Agency“, der Geheimdienst der US-Luftwaffe, seit 1947 immerhin drei Untersuchungsprogramme ins Leben gerufen hat, um dem Phänomen nachzugehen? Das letzte, genannt Projekt „Blue Book“, endete 1969 mit 12.600 untersuchten Fällen – von denen allerdings 700 ein Rätsel blieben. Trotz dieser unerklärlichen sechs Prozent der Fälle, erklärte die amerikanische Luftwaffe das Ufo-Phänomen mit dem Ende von „Blue Book“ kurzerhand für „erwiesen gegenstandslos“.

Haben die US-Streitkräfte frühere Ufo-Berichte schöngelogen?

Ebenso wie ein ziviles Untersuchungskomitee unter der Leitung des renommierten Physikers Edward Condon von der Universität von Colorado, das von seinen 59 untersuchten Fällen sogar 26 gar nicht klären konnte – also fast fünfzig Prozent. Das Condon-Komitee entstand in Folge einer Anhörung, die das US-Parlament 1966 zum Ufo-Phänomen durchführte, und an deren Ende die Forderung des Kongresses nach einer weiteren, zivilen Untersuchung stand – neben der militärischen durch die Air Force.

Auch das ist bemerkenswert, denn offenbar verlief die Anhörung nicht gegenstandslos. Wären dem Kongreß keine halbwegs plausiblen Verdachtsmomente vorgetragen worden, hätte er die Condon-Kommission wohl nie berufen. Zwar kamen Condon und sein Komitee schließlich zum gleichen Ergebnis wie die Air Force – doch hatten einige seiner Mitarbeiter zuvor heimlich Journalisten gegenüber ihren Unmut darüber geäußert, daß das Untersuchungsergebnis schon von Beginn an und auf Bitten der Luftwaffe festgestanden hätte – nämlich deren Fazit in jedem Fall zu unterstützen.

Haben die Streitkräfte und das Condon-Komitee also damals entgegen der Datenlage und aus politischen Gründen ihre Abschlußberichte schöngelogen? Oder ist dies die Unterstellung fanatischer Ufologen, die sich bis heute nicht mit der Realität abfinden wollen?

Wie auch immer, Folge der Abschlußberichte war, daß Ufos von nun an endgültig und mit hochoffiziellem Siegel als Hirngespinste galten – eine Linie, die sich allerdings schon seit der ersten „offiziellen“ Ufo-Sichtung herauskristallisiert hat.

Filmstudenten aus Deutschland im Verdacht

Als diese gilt der Bericht des amerikanischen Privatpiloten Kenneth Arnold von neun Flugobjekten 1947 über einem Berg im Bundesstaat Washington. Dabei soll auch der Begriff „Fliegende Untertassen“ von Reportern geprägt worden sein. Allerdings gehen Ufo-Sichtungen bis in die Antike zurück. Die Älteste stammt aus Ägypten, etwa 1500 von Christus. Zu den wenigen bekannten aus alter Zeit zählt auch die extrem seltene illustrierte Beschreibung einer Ufo-Schlacht über Nürnberg aus dem Jahr 1561, die von einander jagenden, sich beschießenden, explodierenden und abstürzenden Flugobjekt-Flotten über der Stadt berichtet, inklusive Brände, die die Wracks am Boden ausgelöst haben sollen.

Im 19. Jahrhundert kam es unter anderem zu einer „Phantom-Luftschiff-Welle“ über den USA. Im zweiten Weltkrieg meldeten Piloten beider Seiten immer wieder Begegnungen mit geheimnisvollen Flugobjekten, die sie damals allerdings für Geheimwaffen der jeweils anderen Seite hielten. Und 1946 erschien über Schweden eine Reihe bis heute nicht aufgeklärter „Geisterraketen“, die zunächst auch für Geheimwaffen aus dem Weltkrieg gehalten wurden. Doch erst mit dem Bericht Arnolds 1947 setzte sich das Thema im kollektiven Gedächtnis der medialen Öffentlichkeit fest.

Aber auch die Entscheidung, das Thema mit dem Abschluß des Projekts „Blue Book“ und der Condon-Kommission offiziell zu den Akten zu legen, änderte nichts an dem Problem, daß diese Ufo-Untersuchungen überhaupt erst ausgelöst hatte: Auch weiterhin kam es weltweit ausgerechnet in den Reihen des zivilen und militärischen Luftfahrtfachpersonals immer wieder zu Sichtungen. Und dieses Problem, dieser Widerspruch, ist es, der die jetzige neue Ufo-Welle herbeigeführt hat.

Ihr erstes Kräuseln zeigte sich, als ein kleines Schwarzweiß-Filmchens 2007 illegal auf der Ufologen-Internet-Seite „Above Top Secret“ hochgeladen wurde, was damals allerdings kaum Beachtung fand, denn gut möglich, daß die gezeigten Szenen, wie so viele andere Ufo-Bilder nachweislich gefälscht worden waren oder in Wirklichkeit etwas anderes als ein Ufo zeigten. Nur ein zwar schwebender aber undefinierbarer Punkt war in dem Filmchen zu sehen – wenig eindrucksvoll. Unter anderem gab es den Verdacht, das Ganze sei ein Schwindel, ausgeheckt von einer Gruppe Filmstudenten aus Deutschland.

„Mein Gott … es rotiert!“

Das änderte sich ein Jahrzehnt später, als die New York Times, immerhin das renommierteste Blatt der USA, 2017 einen Beitrag veröffentlichte, der dem Film erstmals Augenzeugen zuordnete – und ihn mit einer damals der Öffentlichkeit noch unbekannten Organisation in Verbindung brachte: AATIP. Zudem präsentierte der Online-Artikel einen zweiten Film ähnlicher Art: Wieder schwarzweiß, wieder offenbar mit der Bordkamera eines Militärjets aufgenommen, wieder war nur ein Punkt zu sehen – doch dieser Film hatte auch eine Tonspur.

Erstmals war nun zu hören, wie jene, die die Bilder gemacht hatten, die Piloten, das Geschehen einordneten: Wie sie zunächst davon ausgingen, eine Drohne vor sich zu haben. Wie sie dann irritiert feststellten, daß das doch nicht zutreffen könne. Wie Sie ratlos und zunehmend irritiert das Objekt weiter verfolgten und schließlich vor Verwunderung „mein Gott“ ausriefen und „es rotiert“ – und wie einer von ihnen meldet, daß sein AESA-Radar „eine ganze Flotte dieser Dinger“ anzeige. Danach war in den Kommentarbereichen und in einschlägigen Foren die Hölle los, Ufologen und Ufo-Leugner beharkten sich erbittert.

Bis drei Jahre später die US-Marine die Dinge zu Gunsten der Ufologen wendete, als sie im Sommer 2020 beide Filme sowie einen inzwischen aufgetauchten dritten, als zwar unautorisiert aus ihren Beständen entwendet, aber echt bestätigte und die zu sehenden Objekte als „UAP“ einstufte. Und das war die Sensation, die den heutigen Bericht – egal wie er ausfällt – in den Schatten stellt. Denn auf allen drei Filmen ist nichts zu sehen, was ein Ufo beweist. Die Punkte dort könnten alles mögliche sein. Erst die Bestätigung der Militärs machte die Schwarzweiß-Streifen zum „Beweis“, beendete das seit 1969 geltende Dogma, wonach es für die USA keine unerklärlichen Himmelsphänomene gibt, und löste die neue Ufo-Welle aus, die anders als in Deutschland in den Vereinigten Staaten längst schon ein Top-Thema der Top-Medien und Top-Politiker ist.

Kampfpiloten berichten im US-Fernsehen

„60 Minutes“ fand für seinen Fernsehbeitrag mehrere Piloten, die an den Vorfällen, die die Filme zeigen, beteiligt waren. Ihre Berichte ordneten die Bilder nun in größeres konkretes Geschehen ein und verliehen ihnen damit erneut ungeahnte Wucht. So gehen die drei Filme auf zwei Zwischenfälle zurück:

Der erste ereignete sich bereits 2004 im Pazifik vor der mexikanischen Küste, wo ein Flottenverband um den Flugzeugträger USS Nimitz übte. Der Lenkwaffenzerstörer USS Princeton, eines der Begleitschiffe des Trägers, deren Aufgabe es ist, ihn gegen Angriffe von See und aus der Luft abzuschirmen, meldete Radarkontakt mit einer Reihe nicht zu identifizierenden Flugobjekte, die wechselnde, ungewöhnliche, mitunter für Flugzeuge physikalisch völlig unmögliche Manöver vollführten. Nicht anders waren diese Signale zu erklären, als mit einer Fehlfunktion der Radaranlage, obwohl diese erst unlängst nachgerüstet worden war. Also rekalibrierte die Princeton ihr SPY-1-Radar und startete es neu – doch die Objekte erschienen wieder. Und schließlich waren sie auch von Deck aus mit dem Fernglas als Punkte in der Ferne zu erkennen. So ging das Tage.

Nachdem das Begleitschiff sich nicht in der Lage sah, das Phänomen aufzuklären, bat es schließlich eines der übenden Kampfflugzeuge der Nimitz um Hilfe. Doch an der von der Princeton angegeben Position konnte dessen Pilot nur einen weißen Fleck an der Wasseroberfläche ausmachen, ähnlich dem Blasenfeld, das sich bildet, wenn ein U-Boot taucht. Daher beorderte man nun das Begleit-U-Boot der Trägergruppe an Ort und Stelle, um unter Wasser zu suchen. Doch bevor die USS Louisville dort eintraf, lösten zwei weitere F/A-18-Jets ihren ersten Kameraden ab. Diese beschlossen, das Blasenfeld näher zu untersuchen und stießen auf es herab – um darüber schwebend einen Helikopter zu entdecken, dem allerdings, wie sich beim Näherkommen zeigte, die Rotoren fehlten, ebenso wie die Pilotenkanzel und der Heckausleger.

Schließlich sahen sie ein weißes Objekt in der ovalen, kantenlose Form eines riesigen TicTac-Pfefferminz-Bonbons, das sich überdies ruckartig über dem Blasenfleck hin- und herbewegte, bis es sich in Richtung der US-Jäger ausrichtete und begann, deren Bewegung „spiegelverkehrt nachzuvollziehen“, wie die Piloten bei „60 Minutes“ erzählten: „Es war sich bewußt, daß wir da waren.“ Immer weiter näherten sich Jets und „TicTac“ auf diese Weise spiralförmig an, bis das Objekt plötzlich beschleunigte und mit einem Satz in der Ferne verschwand. Beide Flugzeuge kehrten zur Nimitz zurück, während dort eine weitere F/A-18 startete, diesmal unter dem Rumpf mit einem ATFLIR bestückt, einer speziellen Aufklärungskamera.

Erst ortete das Bordradar ein Objekt, das sich genau so absurd verhielt, wie von der Princeton beschrieben, also für Flugzeuge physikalisch unmögliche Bewegungen vollzog. Mit dem ATFLIR gelangen den Piloten Bilder im Frequenzbereich des Tages- und Infrarotlichts. So drehten sie einen der drei Filme, die nun als UAP bestätigt sind. Am Ende des Vorfalls hatten über ein Dutzend Zeugen – Piloten, Radaroperateure und Deckoffiziere – über Tage hinweg immer wieder die Objekte und ihr Verhalten entweder mit eigenen Augen, per Fernglas, Radar oder ATFLIR beobachtet.

„Das ging seit Jahren so, es gab hunderte solcher Zwischenfälle.“

Die zwei anderen Filme stammen dagegen aus dem Jahr 2015, als ein Kampfverband um den Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt im Atlantik vor der Küste von Virginia unterwegs war. Auch hier kam es, so die US-Marine, zu Radar- und Sichtkontakt durch Schiffe und Flugzeuge und auch hier filmte ein ATFLIR-Aufklärungssystem die bis heute unerklärlichen Objekte.

Zu den drei Filmen sind in den vergangen Monaten weitere hinzugekommen, ebenfalls geleakt und ebenfalls von der US-Armee bestätigt – sowie bestätigte Fälle, zu denen es keine Bilder gibt. Involviert waren ein halbes Dutzend weiterer Kriegsschiffe, sowie Kampfflugzeuge und ein Kreuzfahrtschiff, das, zufällig in der Nähe, die Beobachtung der Militärs bestätigte. In einem Fall kam eines der Objekte sogar bis auf wenige Meter heran und schwebte unmittelbar über dem Hubschrauberdeck des US-Zerstörers USS Rafael Peralta.

In einem anderen Fall beobachtete und filmte das Landungsschiff USS Omaha, wie ein unerklärliches Objekt aus der Luft ins Meer abtauchte, ohne jede Verzögerung, die bei einem Objekt mit bekannter Technologie unerläßlich wäre, damit es nicht an den Wellen zerschellt. All diese Vorfälle stammen aus dem Jahr 2019. Zudem brachten die Medien in Erfahrung, daß das Oberkommando der Marine im gleichen Jahr in einem geheimen Bericht die Phänomene gegenüber dem US-Senat eingeräumt und wörtlich als eine „Gefahr für unser fliegendes Personal“ eingestuft hat.

Inzwischen ist auch bekannt, wer die ersten Filme aus den Beständen der Navy heimlich an die Öffentlichkeit gegeben hat: Christopher Mellon, unter den Präsidenten Bill Clinton und George W. Bush stellvertretender Verteidigungsminister für Geheimdienste: 2020 berichtete er, die Filme auf dem Parkplatz des Pentagon einem Kontaktmann ausgehändigt zu haben. Seine Gründe erläuterte er unter anderem im Nachrichtensender CNBC, der zum US-TV-Riesen NBC gehört: „Das ging seit Jahren so, es gab hunderte solcher Zwischenfälle. Aber niemand unternahm etwas. Weder wurde der Kongreß informiert, noch die Spitzen des Verteidigungsministeriums. Dabei geht es doch um unsere nationale Sicherheit. Es war himmelschreiend!“

Und im Interview mit CTV News, einem Kanal des größten kanadischen Privatsenders CTV Network, erklärte Mellon, warum seiner Ansicht nach die Informationen über die Zwischenfälle in der mittleren Ebene steckenblieben und lange nicht einmal dem Verteidigungsminister vorgetragen wurden: „Aus Furcht vor einem (Karriere)Schaden, wenn man über das Thema (Ufos) auch nur informiert.“

War Elizondo wirklich Direktor des Ufo-Programms?

Das ist auch der Grund, den Ex-AATIP-Direktor Luis Elizondo 2017 in einem Brief an den damaligen Verteidigungsminister James Mattis dafür angab, seinen Dienst zu quittieren und von nun an Privatmann zu werden: Offenbar interessiere man sich überhaupt nicht für das Problem. Da war AATIP, das 2012 endete, allerdings bereits eingestellt, Elizondo war seitdem im Büro des Unterstaatssekretärs für Geheimdienste im Pentagon tätig, wo er jedoch nach eigenen Angaben gemeinsam mit Beamten der CIA und der Marine seine Arbeit am Thema UAP fortsetzte.

2019 brachte die Online-Investigativ-Plattform „The Intercept“ unter Berufung auf einen Sprecher des Pentagons Zweifel an der Tätigkeit Elizondos auf: War er überhaupt jemals Leiter des AATIP, wie er behauptete? Elizondo schäumte und reichte Beschwerde ein, bezichtigte gewisse Kreise im Pentagon, ihn und das Thema UAP abzulehnen und diskreditieren zu wollen. Gegenüber der Zeitschrift Politico bestätigte eine andere Sprecherin seine Tätigkeit. Den US-Medien gilt Elizondo ohne jeden Zweifel als der ehemalige Direktor des Programms.

Dennoch sehen einige Journalisten ihn auch kritisch. Und in der Tat ist der Ex-Offizier nicht der Typus eines nüchternen Geheimdienstbürokraten, sondern eher der eines Frontschweins und Abenteurers. Zudem erscheint AATIP in einem anderen Licht, wenn man die Entstehungsgeschichte des Programms in den Blick nimmt. Es wurde nämlich keineswegs aus nüchterner Erwägung durch das Pentagon ins Leben gerufen, sondern geht auf die Initiative eines einzelnen Senators zurück: Harry Reid. Ein Demokrat aus Nevada, von 2007 bis 2015 Mehrheitsführer im Senat, der Dank seines Einflusses 22 Millionen Dollar Steuergeld lockermachen konnte, um AATIP vier Jahre lang, von 2008 bis 2012, zu finanzieren. Reid, inzwischen Pensionär, ist stolz darauf und überzeugt, damit seinem Land einen guten Dienst erwiesen zu haben, wie er in einem Interview versicherte.

Was steckte tatsächlich hinter der US-Ufo-Kommission?

Allerdings zählt Reid zu seinen dicksten Freunden den Milliardär Robert Bigelow, ebenfalls aus Nevada – einen begeisterten Ufologen, für den es an der Existenz von Außerirdischen auf der Erde überhaupt keinen Zweifel gibt. Und zu allem Überfluß soll ein Großteil des Budgets von AATIP an dessen Unternehmen „Bigelow Aerospace“ geflossen sein, das zum bevorzugten Vertragspartner des von Elizondo geführten Programms wurde.

Und auch der, ebenso wie Whistleblower und Ex-Vizeverteidigungsminister für Geheimdienste, Christopher Mellon, umgibt sich inzwischen mit Personal das skeptisch macht. Die beiden Privatiers heuerten Ende 2017 bei der Agentur „To the Stars“ an, die einem Parapsychologen sowie dem ehemaligen Rockmusiker Tom DeLong gehört. DeLong ist ebenfalls ein passionierter Ufologe und angeblicher Verschwörungstheoretiker und soll nach Aussage eines ehemaligen Band-Kollegen auch schon Expeditionen unternommen habe, um Amerikas berühmtestes Fabelwesen Bigfoot aufzuspüren.

Für den History-Channel hat „To the Stars“ 2019 eine mehrteilige Ufo-Dokumentation produziert, in der Elizondo und Mellon auftreten. Ist die Ufo-Kommission des US-Verteidigungsministeriums also nichts weiter als die Kumpelkiste eines Senators, der unter dem Einfluß eines ufogläubigen Milliardärs steht, und an deren Spitze ein abenteuernder Geheimdienstraufbold saß, der sich auf einem Kreuzzug für die Ufo-Wahrheit wähnt?

„Sind die Waffen der USA nur noch Spielzeug?“

Den amerikanischen Medien gelten Reid, Elizondo und Mellon trotz allem als absolut integer. Inzwischen haben letztere „To the Stars“ auch wieder verlassen, weil es ihnen dort zu viel um Unterhaltung und zu wenig um echtes Interesse an der Sache geht, wie Elizondo erklärte. Jüngst hat die Washington Post ein ausführliches Interview veröffentlicht, indem er sehr überlegt und rational argumentiert. Zudem bestätigen immer mehr hochrangige Offizielle was Elizondo sagt. Neben Barack Obama räumte auch John Brennan, 2013 bis 2017 Direktor der CIA ein, daß man mit Luftphänomenen konfrontiert sei, die man sich einfach nicht erklären könne.

Besondere Sorgen macht den Experten, daß die Objekte mitunter fast am Rande des Weltalls, in circa dreißig Kilometer Höhe erscheinen und dann in Sekunden auf Meereshöhe fallen, wo sie abrupt wenige Meter über dem Wasser stoppen oder auch wegtauchen. Oder daß sie selbst bei mehrfacher Schallgeschwindigkeit in einem Neunzig-Grad-Winkel um die Ecke fliegen können. Während der schnellste amerikanische Düsenjet, die SR-71, bei Höchstgeschwindigkeit für die gleiche Kursänderung eine etwa fünfzig Kilometer lange Kurve fliegen muß.

Abgesehen davon, daß ein Flug mit rechtwinkliger Kursänderung bei Maximaltempo einen Piloten zerquetscht – ebenso wie die Beschleunigung, die nötig ist, um binnen Sekunden dreißig Kilometer zu steigen oder zu fallen. Darüber hinaus verursachen die Objekte laut AATIP-Bericht trotz ihrer ungeheuren Geschwindigkeit weder einen Überschallknall noch Reibungshitze. Nochmals die SR-71: Obwohl im Vergleich nur eine lahme Ente, muß sie nach der Landung eine halbe Stunde abkühlen, bevor die Piloten, trotz spezieller Schutzanzüge, aus dem Cockpit steigen können. Pikiert fragte unlängst der US-Fernsehmoderator Shepard Smith in seiner Sendung: „Das heißt, die USA haben nur noch Spielzeug?“

Luftkampf gegen Ufos

Anders als die Vereinigten Staaten soll die iranische Luftwaffe bereits einmal versucht haben, ein mutmaßliches Ufo mit einem mit Raketen bestückten Jet anzugreifen. 1976 scheiterte der Versuch jedoch über Teheran. Der Pilot gab an, im Moment als er seine Waffen scharf gemacht habe, einen überraschenden temporären Ausfall aller Systeme erlitten zu haben. 1980 allerdings will die peruanische Luftwaffe ein unbekanntes Flugobjekt in ihrem Luftraum tatsächlich bekämpft haben: Ihr Jet benutzte allerdings statt elektrisch gesteuerter Raketen seine einfache mechanische Bordkanone.

Laut Pilot habe seine Salve von schweren Drei-Zentimeter-Geschossen im Ziel gelegen, allerdings keinerlei Wirkung gezeigt, bevor das Objekt dann verschwand. 1986 jagten brasilianische Kampfjets erfolglos angebliche Ufonauten über Rio de Jainero und São Paulo und 1990 belgische Jagdflieger seltsame Objekte im ganzen Land mehrfach quer über den Himmel des kleinen Landes. Was jeweils tatsächlich dahintersteckte ist bis heute ungeklärt. Immerhin wurde der Vorfall über Teheran damals von der Defense Intelligence Agency, dem US-Verteidigungsnachrichtendienst, als „herausragend“ bewertet, sowie „alle Kriterien erfüllend, die für eine Untersuchung des Ufo-Phänomens nötig sind“.

Die USA und Iran waren 1976 noch enge Verbündete und ein US-Verbindungsoffizier in der Nacht des Geschehens in der iranischen Luftverteidigungszentrale anwesend. Und Deutschland? Auf JF-Anfrage antwortet das Presse-Referat des Bundesverteidigungsministeriums zwar erfreulich detailliert mit einer Schilderung der Zuständigkeit und des Ablaufs bei Meldung eines unbekannten Objekts, bilanziert aber, „daß keinerlei Erkenntnisse zur Existenz von Ufos/UAPs vorliegen“.

Anders dagegen Großbritannien. Wie 2006 bekannt wurde, ließ das britische Verteidigungsministerium nach der belgischen Ufo-Welle heimlich prüfen, ob für das Königreich eine Bedrohung durch UAPs besteht. Leiter der Dienststelle war der zivile Ministerialbeamte Nick Pope. Während das Ministerium die Untersuchungen mit Abschluß des aus seiner Sicht ergebnislosen Berichts einstellte, ist Pope bis heute ganz anderer Meinung.

Wie andere, die zunächst nichts mit dem Thema zu tun hatten und dann intimen Einblick bekamen, blieb er vom Thema elektrisiert. Heute schreibt Pope Science-Fiction-Romane und fordert bei jeder Gelegenheit die weitere Erforschung des Themas, so wie Elizondo in den USA. Kaum bekannt ist, daß in Frankreich die Untersuchung des Ufo-Phänomens keine Geheimsache ist, sondern zu den üblichen Aufgaben der zivilen französischen Weltraumagentur CNES gehört und alle ihre Akten seit 2007 auch online einsehbar sind. Allerdings lohnt der Blick laut CNES kaum, denn ernsthafte Hinweise auf Ufos habe man bis heute nicht entdeckt.

Auch China von dem Phänomen betroffen

Suchen UAPs also nur die USA heim? Oder sind die Amerikaner einfach hypernervös? Jenseits des Atlantiks herrscht allerdings bitterer Ernst. Die US-Marine will sich der Herausforderung nun auch offiziell stellen und hat angekündigt, eine „Guideline“, eine Verhaltensrichtlinie, für ihre Piloten zu erarbeiten für den Fall, daß sie auf UAPs treffen. Außerdem hat sie 2020 einen Nachfolger für die 2012 eingestellte AATIP ins Leben gerufen.

Die neue Ufo-Untersuchungskommission der USA heißt „UAP Task Force“ (Einsatzgruppe UAP) und ist diesmal beim Geheimdienst der Marine angesiedelt. Und die anderen Supermächte? Über die Behandlung des Themas durch die russische Luftwaffe ist kaum etwas bekannt. Die als seriös geltende Zeitung South China Morning Post aus Hongkong berichtete unlängst, daß auch China von einer wachsenden Zahl Meldungen betroffen sei und die Streitkräfte KI, Künstliche Intelligenz, einsetzten, um die Objekte zu verfolgen. Daß Außerirdische dahintersteckten, so das Blatt, damit rechne die Volksbefreiungsarmee aber nicht.

Währenddessen schießen die Spekulationen ins Kraut. Verschwörungstheoretiker aller Seiten melden sich zu Wort: Die im Lager der Ufologen glauben, die neue Offenheit diene ganz klar der langsamen Gewöhnung der Öffentlichkeit an die Existenz von Außerirdischen, die nämlich demnächst offiziell bekanntgegeben werden solle. Die Verschwörungstheoretiker im Lager der Ufo-Leugner dagegen sind sich sicher, daß die US-Regierung den ganzen Zauber inszeniert, wahlweise um die Erprobung neuer, geheimer Superwaffen zu tarnen oder um künftig das Verteidigungsbudget zu erhöhen, indem man eine neue Bedrohung fingiere.

Andere vermuten Russen oder Chinesen hinter den UAPs. Allerdings ist selbst der unwahrscheinliche Besuch von Außerirdischen noch wahrscheinlicher, als daß China oder Rußland, mit ihren vergleichsweise mickrigen Militärbudgets (250 und 67 Milliarden Dollar), die USA (767 Milliarden Dollar) plötzlich mit Waffen überflügeln, die mehrere Generationen voraus sind: Ein Technologiesprung, wie es ihn noch nie in der Geschichte gegeben hat und der seriöserweise unvorstellbar ist.

Ganz abgesehen davon, daß einige UAP-Zwischenfälle, die des Projekts „Blue Book“, sechzig, siebzig Jahre her sind, als Rußland noch in vielem hinterherhinkte und China noch ein Agrarstaat war. Und Luis Elizondo gab gegenüber der Washington Post zu bedenken: „Wenn Rußland und China über solche Technologien verfügen, warum sollten sie dann weiter viele Milliarden ausgeben, um die damit völlig veralteten Streitkräfte zu unterhalten, die wir von ihnen kennen?“

Kommen Außerirdische wirklich, um Amis zu foppen?

Währenddessen überlegen einige Wissenschaftler, wie sich die Phänomene doch noch auf natürliche Weise erklären lassen. Andere dagegen, woher die Fluggeräte kommen könnten: Aus dem Weltraum? Oder aus einer anderen Dimension? Letzteres ist nicht phantastischer als der Weltraum. Physiker halten hypothetisch neben unseren drei, bis zu acht weitere Dimensionen für eventuell möglich, wenn auch für uns unzugänglich. Oder stammen die Objekte doch von der Erde, jedoch aus der Zukunft?

Daß Zeitreisen möglich sind, ist seit Einstein Fakt – allerdings nur in die Zukunft und nicht mehr zurück. (Den Rekord hält übrigens derzeit der russische Kosmonaut Gennadi Iwanowitsch Padalka mit knapp 23 Millisekunden.) Einen Besuch aus der Zukunft aber hielt zumindest Physikgenie Stephen Hawking zeitlebens für ausgeschlossen. Oder gibt es vielleicht in uns unzugänglichen Regionen der Erde, wie am Grunde der Ozeane, eine Superzivilisation, die sich bislang vor uns verborgen gehalten hat?

So irre das klingt, wer sich die unfaßbare Größe des Weltraums vergegenwärtigt, dem ist klar, daß Besuch von dort auch nicht viel wahrscheinlicher ist, als diese Theorie. Oder klärt sich doch noch alles auf natürliche Weise auf? Christopher Mellon ist skeptisch: „Die Flugbahnen der Objekte sind eindeutig von Intelligenz gesteuert.“ Mag sein, aber Vorsicht: Das menschliche Gehirn ist biologisch nicht darauf ausgelegt, Dinge objektiv zu erfassen, sondern sinnhaft auszudeuten. Es spielt uns ständig Streiche.

Ein Argument der Skeptiker ist: Würden Außerirdische Milliarden von Kilometern durchs All reisen, nur um dann ein paar US-Piloten zu ärgern? Das ergibt doch keinen Sinn. Das stimmt zwar. Allerdings sollten wir uns nicht anmaßen, beurteilen zu können, wie eine andere mögliche Zivilisation denkt. 2018 schoß Elon Musk ein rotes Cabriolet mit einer Astronautenpuppe am Steuer ins All. Was sollte eine intelligente Spezies, falls je eine auf den Boliden stößt, daraus schließen? Dann können Außerirdische auch anreisen, um Amis zu foppen.

Klischeebild eines Ufos, Quelle: Picture Alliance
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