Gender
Regenbogenflagge in London: Zeichen der LGBT-Bewegung Foto: picture alliance / empics | Daniel Leal-Olivas

LGBT-Organisation
 

Lehrer sollen nicht mehr „Junge“ und „Mädchen“ sagen

Die britische LGBT-Organisation Stonewall fordert Lehrer auf, die Worte „Junge“ und „Mädchen“ nicht mehr zu verwenden. Stattdessen sollten sie „Lernende“ sagen, heißt es in Leitfäden, über die die Zeitung Daily Telegraph berichtet. Zudem drängt die Organisation, die für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen (LGBT) kämpft, die Schulen dazu, Kindern die Option beider Schuluniformen – sowohl Röcke als auch Hosen – zu öffnen.

Stonewall bekam vergangenes Jahr von der Regierung Geld für Programme gegen „homophobes, biphobes und transphobes“ Verhalten an Schulen. Aus verschiedenen staatlichen Fördertöpfen hat die Organisation in den Jahren 2015 bis 2019 fast drei Millionen Pfund Förderung erhalten. Zudem zahlen auch viele große Unternehmen an Stonewall Geld (ab 2.500 Pfund aufwärts) für die Teilnahme an Diversity-Programmen.

Gemeinsamer Sportunterricht für Jungs und Mädchen

In den Leitfäden für Lehrer empfiehlt die Organisation noch weitere Schritte. So sollten Kinder unabhängig von ihrem „Gender“ den gleichen Sportunterricht besuchen und Umkleiden und Duschen je nach Vorliebe nutzen können. Weiter rät Stonewall, daß schon Grundschulkinder lernen sollten, ihr „bevorzugtes Pronomen“ zu nennen – im Englischen also „he/him“ oder „she/her“ oder für Transgender „they/them“. Lehrer sollten die Kinder den Gebrauch der Pronomen „sie/ihnen“ („they/them“) lehren.

Stonewall hat ein „School and College Champion Programme“ eingerichtet, in dem Hunderte Schulen Mitglieder sind. Sie zahlen dafür einen dreistelligen Betrag und können an Wettbewerben für besonders LGBT-freundliche Schulen teilnehmen.

Die Empfehlung, Kinder beider Geschlechter in einem gemeinsamen Sportunterricht zu unterrichten und Jungen gegen Mädchen antreten zu lassen, hat die konservative Safe School Alliance UK kritisiert. Sie fordert weiterhin getrennten Sportunterricht aus Sicherheits- und Fairneß-Gründen.

Vor kurzem erregte Stonewall Aufsehen mit der Forderung, das Wort „Mutter“ für die Person, die Kinder bekommt, aufzugeben.

Minister kritisieren Stonewall

Stonewall wurde 1989 gegründet als Lobby-Organisation für die Rechte von Schwulen und Lesben. In den vergangenen Jahren hat der Verein immer mehr den Fokus auf Transgender-Themen verlegt. Das hat zu einer teilweisen Spaltung der Schwulen- und Lesbenbewegung geführt.

Einige Schwule und Lesben finden, daß die Organisation ihre traditionelle Aufgabe vernachlässigt und sich einseitig auf Trans-Lobbyismus verlegt.

In jüngerer Zeit haben sich einige wichtige Minister der Johnson-Regierung, darunter die Frauen- und Gleichstellungsministerin Liz Truss, gegen Stonewall ausgesprochen. Staatliche Stellen sollten sich nicht mehr an Stonewalls „Diversity Champion“-Programm beteiligen und dafür zahlen.

Die frühere Chefin des Gesundheitsdienstes NHS, Kate Grimes, die als Lesbe Stonewall unterstützt hatte, klagte die Organisation jüngst als „nicht mehr kompatibel“ mit NHS-Werten an.

Stonewall gefährde die Sicherheit im NHS, indem es für gemeinsame Umkleiden und Duschen für Männer und Frauen, Trans-Männer und Trans-Frauen plädiere; zudem gefährde der Stonewall-Druck die Meinungsfreiheit und freie Debatte über diese Themen.

Regenbogenflagge in London: Zeichen der LGBT-Bewegung Foto: picture alliance / empics | Daniel Leal-Olivas
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