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US-Präsident Joe Biden während einer Rede im Weißen Haus zum Anschlag in Kabul Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Evan Vucci

Evakuierung vorerst beendet
 

Nach tödlichem Anschlag in Kabul: Biden droht Terroristen mit Vergeltung

WASHINGTON/KABUL. US-Präsident Joe Biden (Demokraten) hat nach dem blutigen Anschlag in Kabul den dafür verantwortlichen Terroristen mit Vergeltung gedroht. „Wir werden Euch jagen und Euch dafür bezahlen lassen“, sagte Biden am Donnerstag abend im Weißen Haus. Er kündigte an, das Militär gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einzusetzen, die laut US-Angaben hinter der Attacke steckt.

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Gleichzeitig würden die Vereinigten Staaten die Evakuierungen aus Afghanistan fortsetzen. Die Terroristen könnten die USA nicht dazu bringen, ihre Mission zu stoppen. „Wir werden sie finden, und wir werden sie da rausholen“, betonte Biden mit Blick auf die verbliebenen Amerikaner im Land.

IS bekennt sich zu Attacke

Bei mehreren Explosionen und Angriffen mit Schußwaffen nahe des Flughafens in Kabul waren am Donnerstag nachmittag mindestens 85 Personen getötet und 150 verletzt worden. Unter den Opfern sind auch 13 US-Soldaten, die den Flughafen bewacht hatten. Nach Angaben von Nachrichtenagenturen hatten sich zwei Selbstmordattentäter inmitten einer Menschengruppe in die Luft gesprengt. Weitere Täter sollen anschließend mit Sturmgewehren in die Menge geschossen haben. Ein weiterer Sprengsatz sei in einem in der Nähe gelegenen Hotel detoniert, in dem Briten und Afghanen auf ihre Evakuierung aus Afghanistan vorbereitet werden sollen.

Ort des Anschlags in Kabul
Ort des Anschlags in Kabul Grafik: picture alliance/dpa/dpa Grafik | dpa-infografik GmbH

Der IS bekannte sich mittlerweile zu dem Anschlag. Donnerstag früh hatte das Pentagon vor einem möglichen Anschlag in Kabul gewarnt. Auch das britische Verteidigungsministerium ging am Morgen von der Bedrohung durch einen „ernsthaften, unmittelbaren, tödlichen Angriff“ aus. Aus diesem Grund stoppte die Bundeswehr am Mittwoch teilweise ihre Evakuierungsmaßnahmen und begab sich nicht mehr zum Abbey Gate, dem östlichen Eingangstor zum Flughafen, an dem die deutschen Soldaten zuvor zu evakuierende Personen abgeholt hatten.

Merkel spricht von „niederträchtigem Anschlag“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einem „niederträchtigen Anschlag“. Sie gab an, das Risiko in Kabul sei momentan immens und das Zeitfenster für Evakuierungen schließe sich. Die Bundesregierung werde sich aber auch nach dem Ende der Rettungsmission um von den Taliban bedrohte Menschen in Afghanistan kümmern, versprach die Kanzlerin.

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Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) reiste inzwischen in die usbekische Hauptstadt Taschkent, die als Drehscheibe für die Evakuierungen durch die Bundeswehr fungiert hatte. Dort nahm sie gemeinsam mit Generalinspekteur Eberhard Zorn beteiligte Soldaten in Empfang, wie das Verteidigungsministerium am Freitag morgen mitteilte.

Bundeswehr evakuiert 5.300 Personen

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Laut den USA wurden durch die Evakuierungsmission rund 100.000 Personen aus Afghanistan geflogen. Die Bundeswehr evakuierte nach Angaben des Verteidigungsministeriums 5.300 Menschen. Mehrere deutsche Politiker und Organisationen fordern die weitere Aufnahme von Afghanen und wollen diese notfalls per Charterflüge nach Deutschland holen. (ls)

US-Präsident Joe Biden während einer Rede im Weißen Haus zum Anschlag in Kabul Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Evan Vucci
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