Polizisten und Demonstranten stehen sich in Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin gegenüber Foto: picture alliance/ZUMA Press
Polizisten und Demonstranten stehen sich in Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin gegenüber Foto: picture alliance/ZUMA Press
Proteste in Wisconsin

Polizei findet Messer in Auto von angeschossenem Afroamerikaner

KENOSHA. Die Polizei hat ein Messer im Fahrzeug des Afroamerikaners Jacob Blake gefunden, der vergangene Woche bei einem Polizeieinsatz im US-Bundesstaat Wisconsin angeschossen wurde. Es habe zum Zeitpunkt der Schüsse auf dem Boden des Innenraums der Fahrerseite gelegen, berichtete der Nachrichtensender Fox News am Mittwoch.

Laut der New York Times, die sich auf Aussagen des Staatsanwalts von Wisconsin, Joshua Kaul, beruft, habe Blake bei den Ermittlungen zugegeben, daß er ein Messer in seinem Besitz gehabt habe. Zeugen hätten aber berichtet, kein bedrohliches Verhalten Blakes gegenüber den Beamten beobachtet zu haben.

Staatsanwalt von Wisconsin nennt Polizisten

Blake hatte sich den Anweisungen der Beamten widersetzt und war zu seinem Wagen gelaufen, obwohl die Polizisten ihre Waffen gezogen hatten. Sie schossen ihm daraufhin in den Rücken. Seitdem hat die Stadt Kenosha mit schweren Ausschreitungen zu kämpfen, bei denen Randalierer unter anderem Fahrzeuge in Brand steckten und Läden plünderten. Einzelne „Black Lives Matter“-Demonstranten liefen bewaffnet durch die Straßen. Der demokratische Gouverneur Tony Evers rief deshalb am Dienstag den Notstand aus.

Zudem gab Kaul den Namen des Polizisten bekannt, der auf Blake geschossen hatte. Zuvor hatte ein Autor und „Black Lives Matter“-Anhänger gedroht, wahllos Namen von Beamten des Dezernats zu veröffentlichen, die es womöglich gewesen sein könnten.

Weiße Restaurantbesucherin wird bedrängt

Der Druck durch die Antirassismus-Bewegung wurde auch in einem Video deutlich, das in sozialen Medien kursiert. Darauf sind zahlreiche „Black Lives Matter“-Anhänger zu sehen, die eine Restaurantbesucherin umringen und mit lauten Sprechchören dazu drängen wollen, die Faust zu heben und so ihre Solidarität für das Anliegen zu bekunden. Die Frau weigert sich jedoch.

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Die Demonstranten rufen unter anderem „Weißes Schweigen ist Gewalt“. Eine Anhängerin der Schwarzen-Bewegung nähert sich der Frau und fragt sie in brüllendem Ton, ob sie Christin sei. Später sagte die Umringte der Washington Post, sie habe sich attackiert gefühlt. Dabei unterstütze sie die „Black Lives Matter“-Bewegung. Als die Menge nachdrücklich darauf bestanden habe die Faust zu heben, habe es sich für sie aber nicht richtig angefühlt. Der Vorfall hatte sich US-Medien zufolge am Montag in Washington, D.C zugetragen.

Trump will Recht und Ordnung in Wisconsin wiederherstellen

Unterdessen wurde ein 17jähriger festgenommen, der womöglich Teil einer bewaffneten Bürgerwehr ist, wie Fox News berichtet. Er wird verdächtigt, zwei Menschen bei den Protesten in Kenosha erschossen zu haben. Auf einem Video, das im Internet kursiert, ist zu sehen, wie eine Gruppe Männer in Richtung des jungen Mannes „Schnappt ihn euch“ ruft. Der 17jährige wird von ihnen niedergerungen und weiter angegriffen. Daraufhin schießt er.

US-Präsident Donald Trump kündigte an, Recht und Ordnung mithilfe der Nationalgarde wiederherzustellen. „Wir werden nicht für Plünderungen, Brandstiftung, Gewalt und Gesetzlosigkeit auf amerikanischen Straßen stehen“, schrieb er auf Twitter.

(zit)

Polizisten und Demonstranten stehen sich in Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin gegenüber Foto: picture alliance/ZUMA Press

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