Nach Terroranschlag

Reaktion auf Christchurch: Neuseeland will Waffenrecht verschärfen

WELLINGTON. Die Premierministerin von Neuseeland, Jacinda Ardern, hat nach dem Terroranschlag von Christchurch eine Verschärfung des Waffenrechts angekündigt. Neue strengere Regeln sollen „so schnell wie möglich“ in Kraft treten, sagte sie laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa.

Auch ihr rechter Koalitionspartner NZF, der bisher eine Verschärfung immer abgelehnt hatte, ist jetzt dafür. „Unsere Welt hat sich für immer geändert, deshalb werden sich auch unsere Gesetze ändern“, sagte dessen Vorsitzender, Winston Peters.

Weißer Nationalist, der Konservative haßt

Am Samstag hatte sich Ardern mit Moslemvertretern in Christchurch getroffen. Dabei trug sie die islamische Kopfbedeckung, den Hidschab. „Daß sie ein Kopftuch getragen hat, war eine große Sache für uns“, freute sich ein Mitarbeiter der attackierten Al-Noor-Moschee. Neuseeland stehe für „Vielfalt, Freundlichkeit und Mitgefühl“, sagte Ardern in einer Ansprache an die Nation am Wochenende. Das Land sei Heimat für alle, „die unsere Werte teilen, ein Zufluchtsort, für alle, die ihn brauchen“.

Der 28 Jahre alte Australier Brenton Tarrant hatte am Freitag in der zweitgrößten Stadt des Landes 50 Moslems in zwei Moscheen erschossen. In einem Manifest beschrieb sich der Attentäter als weißer Nationalist und Sozialist, der Konservative und Moslems hasse. (tb)

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern trifft Mitglieder der islamischen Gemeinde in Christchurch Foto: picture alliance/ZUMA Press

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