„Seenotrettung“

Ocean Viking nimmt weitere Afrikaner an Bord

ROM. Das vor Libyen kreuzende Schiff Ocean Viking hat weitere 105 Afrikaner an Bord genommen. Bei den Neuankömmlingen handelt es sich nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP ausschließlich um Männer. Die meisten von ihnen stammten aus dem Sudan. Unter ihnen seien auch 29 Minderjährige.

Damit hat das für 200 Personen ausgelegte Boot der Organisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen mittlerweile 356 Einwanderungswillige an Bord. Auf einem weiteren Schiff, der Open Arms, befinden sich 150 Migranten.

Salvini warnt vor ungezügelter illegaler Einwanderung

Italiens Innenminister Matteo Salvini reagierte auf die Neuigkeiten via Twitter. „Bin an diesem Morgen im Ministerium, um das Anlegen von über 500 Migranten an Bord der Schiffe zweier Nichtregierungsorganisationen zu verhindern“, schrieb er. Für 350 der Afrikaner habe zudem Libyen bereits einen sicheren Hafen zur Verfügung gestellt.

Gleichzeitig warnte er seinen Noch-Koalitionspartner, die Fünf-Sterne-Bewegung, vor einem Bündnis mit der Demokratischen Partei von Matteo Renzi. Dieser habe den Italienern in der Vergangenheit 500.000 Schiffsankünfte „geschenkt“. Vergangene Woche hatte Salvini die bisherige Regierung für arbeitsunfähig erklärt und Neuwahlen angekündigt. Zuvor müssen allerdings noch beide Kammern des Parlaments Ministerpräsident Giuseppe Conte das Mißtrauen aussprechen.

Unterdessen hat die selbst ernannte Seenotrettungsorganisation Mission Lifeline anläßlich des Jahrestags des Mauerbaus die Toten an der innerdeutschen Grenze mit toten Migranten im Mittelmeer verglichen. „Aus der Geschichte nichts gelernt: 18.758 Grenztote im Mittelmeer“, twitterte Mission Lifeline. Dabei verwendeten sie die Hashtags #Mauerbau und #SachsenRetten.

(tb)

Afrikanische Migranten an Bord der Ocean Viking Foto: picture alliance / AP Photo

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