Geschlechterstereotypen

Londoner Feuerwehr beklagt Sexismus in Kinderserien

LONDON. Die Londoner Feuerwehr hat in der Zeichentrickserie „Peppa Wutz“ die Verwendung des Begriffs „Feuerwehrmann“ für weibliche Brandbekämpfer kritisiert. Nachdem sie auf die entsprechende Folge aufmerksam gemacht wurde, warf sie den Machern vor, durch ihre veralte „gender-spezifische Sprache“ junge Mädchen davon abzuhalten, später bei der Feuerwehr zu arbeiten.

Unter #firefightingsexism wirbt die Londoner Feuerwehr um mehr weibliche Mitglieder. In diesem Zusammenhang postete sie Bilder einer Barbie-Puppe in Feuerwehruniform. Dazu schrieben die Brandbekämpfer: „Zu ihrem 60. Jubiläum hat sie eine weitere Glas- (Plastik-?) Decke zertrümmert, indem sie Brandbekämpfer geworden ist!“

Bei den „gläsernen Decken“ handelt es sich um einen feministischen Begriff. Er bezeichnet Barrieren für Frauen, die ihren Berufsaufstieg behindern sollen.


Frauen und ethnische Minderheiten seien nicht repräsentiert

Die Feuerwehr-Barbie diene der Londoner Feuerwehr als Unterstützung für ihre Kampagne.

Die Verantwortliche für den Auftritt der London Fire Brigade in den Sozialen Medien, Alex Johnson, beklagte, auch Kindersendungen wie „Feuerwehrman Sam“ würden nicht helfen, Stereotype zu überwinden. „Frauen und Menschen mit verschiedenen ethnischen Hintergründen überlegen nicht Brandbekämpfer zu werden, weil sie sich nicht repräsentiert sehen“, sagte sie dem Nachrichtenportal Metro.

Der britische Reporter Piers Morgan äußerte auf Twitter, falls Frauen sich von einer Kinderfigur abschrecken ließen, zur Feuerwehr zu gehen, fehle ihnen wahrscheinlich das Zeug für den Beruf.

(ag)

Die Londoner Feuerwehr wirft der Kinderserie „Peppa Wutz“ die Verbreitung veralteter „gender-spezifischer Sprache“ vor Foto: picture alliance / AP Images

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