Die Bundespolizei unterstützte in der Vergangenheit schon die europäische Grenzschutzeinheit Frontex mit Schiffen (Archivbild) Foto: (c) dpa
Mittelmeerroute

Im Schlepptau Richtung Europa

Es ist ruhiger geworden im Mittelmeer um die illegalen Migranten, die nach Europa streben. Doch trotz der italienischen Politik, die Häfen für Schiffe von Flüchtlingsorganisationen wie Sea-Watch zu schließen, machen die Schlepper weiter Umsatz, indem sie Menschen aufs Meer bringen, wo sie von europäischen Schiffen aufgegriffen werden sollen oder es irgendwie selbst an Land schaffen müssen.

Die Vorgehensweise der Schleuser hat die europäische Grenzschutzeinheit Frontex in einem Video dokumentiert, das sie unlängst veröffentlichte. Mit einer Drohne verfolgte sie, wie ein Fischerboot mit einem leeren Boot im Schlepptau Kurs auf italienische Gewässer nahm. Rund 60 Seemeilen vor der Insel Lampedusa stoppte das Schiff.

80 Personen kamen unter Deck hervor und wechselten vom „Mutterschiff“ auf das kleinere Boot. Die Bilder zeigen deutlich, daß nur ein Bruchteil Rettungswesten trug. Jeder Migrant soll den Schleppern 3.000 bis 4.000 Euro gezahlt haben, berichtete die Basler Zeitung. Das völlig überfüllte Boot nahm weiter Kurs auf Lampedusa.

Italienische Polizei verhaftet die Schlepper

Der Vorgang zeigt beispielhaft, wie Schleuser im Mittelmeer operieren. Die Menschenschmuggler bringen illegale Einwanderer auf das offene Meer in die Nähe der europäischen Gewässer, wo sie oft auf sich gestellt in seeuntauglichen Nußschalen ausgesetzt und sich überlassen werden.

Dabei verlassen sich die Kriminellen offenbar darauf, daß im Zweifel schon ein Schiff der Nichtregierungsorganisationen die Menschen aufnimmt. Im vorliegenden Fall wurden die Migranten abgefangen, nachdem sie in Italiens Gewässer aufgespürt wurden. Sie stammten zumeist aus Bangladesch, Libyen und Marokko, meldete Frontex via Twitter. Auch die sieben Schmuggler konnten in Italien an Land. Sie waren zuvor von der Küstenwache und der Finanzpolizei verhaftet worden. Ihnen drohen Verfahren wegen Begünstigung der illegalen Einwanderung. (ag)

Die Bundespolizei unterstützte in der Vergangenheit schon die europäische Grenzschutzeinheit Frontex mit Schiffen (Archivbild) Foto: (c) dpa

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