„Landumverteilung“

Südafrika will weiße Farmer enteignen

PRETORIA. Südafrikas neuer Präsident Cyril Ramaphosa hat die Enteignung weißer Farmer angekündigt. Die seiner Meinung nach ungerechte Landverteilung sei die „Ursünde“. Er wolle „den Menschen das Land zurückgeben, denen es genommen wurde“, um die Spaltungen der Vergangenheit zu heilen, sagte er am Dienstag im Parlament in Pretoria.

Laut Ramaphosa, der am 15. Februar die Amtsgeschäfte von Jacob Zuma übernommen hatte, sollen weiße Farmer für die Enteignung keine Entschädigung erhalten. „Die Enteignung des Landes ohne Entschädigung ist eine vorgesehene Maßnahme, die wir dazu nutzen werden, die Umverteilung des Landes an schwarze Südafrikaner zu beschleunigen.“

Ramaphosa: Eine Chance, die Bitterkeit zu überwinden

Gleichzeitig bestritt Ramaphosa, daß solche Maßnahmen die südafrikanische Wirtschaft ruinieren würden und gegen „den Geist und die Absicht unserer demokratischen Verfassung“ seien. Offenbar an die weißen Südafrikaner gerichtet mahnte er: „Wir dürfen diesen Prozeß beschleunigter Landumverteilung nicht als Bedrohung, sondern als Chance sehen. Als eine Chance, uns von der Bitterkeit und dem Schmerz der Vergangenheit zu befreien.“

Seit Ende der Apartheid wurden weiße Farmer immer wieder zur Zielscheibe von Überfällen schwarzer Krimineller. Nach Angaben der Zivilrechtsorganisation Afriforum wurden allein 2017 bei 351 Farmüberfällen 71 Menschen getötet. Zum Ende der Apartheid 1994 waren 85 Prozent des Landes in Besitz weißer Farmer. Heute sind es noch 73 Prozent. (tb)

Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa im Parlament Foto: picture alliance / AP Photo

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