Erinnerung an Balkankrieg 1991-1995

Serbiens Staatschef vergleicht Kroatien mit Drittem Reich

BACKA PALANKA/KNIN. Die Feiern zum „Tag des Sieges und der heimatlichen Dankbarkeit“ in Kroatien haben dieses Jahr zu scharfer Kritik des ehemaligen Kriegsgegners Serbien geführt. Während die kroatische Staatsspitze den Tag am Sonntag mit einer Militärzeremonie beging, äußerte der serbische Präsident Aleksandar Vucic schwere Vorwürfe und verglich Kroatiens Vorgehen im Balkankrieg mit dem Holocaust.

„Hitler wollte eine Welt ohne Juden, Kroatien ein Kroatien ohne Serben“, sage Vucic laut Nachrichtenagentur dpa am Vorabend der Feierlichkeiten im serbischen Backa Palanka, nordwestlich der Hauptstadt Belgrad. Kroaten hätten während des Bürgerkrieges von 1991 bis 1995 über 2.000 Serben getötet und rund 250.000 vertrieben. Kroatien bestreitet diese Zahlen.

Der serbische Politiker warf dem Nachbarland schwere Kriegsverbrechen vor. Seine Landsleute seien vertrieben, vergewaltigt und ermordet worden, „nur weil man Serbe war“.

Kroatien dürfe den Wert des Krieges nicht vergessen

Während der Siegesfeier sagte Kroatiens Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic im südkroatischen Kin: „Wir dürfen den Wert des Vaterländischen Krieges nicht vergessen, sondern müssen ihn den zukünftigen Generationen weitergeben.“

Weiter lobte sie den Charakter, die Heimatliebe und die Kampfbereitschaft der Soldaten. Auf die Attacken aus Serbien ging sie nicht ein. Bei der Militärzeremonie vor mehreren tausend Teilnehmern zeichnete sie Generäle aus.

Kroatien gedachte am Sonntag in Knin der Rückeroberung der Stadt. Die ehemalige Hauptstadt der sogenannten „Serbischen Krajina“ war Anfang August 1995 wieder unter kroatische Kontrolle gekommen. (ag)

Kroatiens Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic während der Siegesfeier in Knin. Die Veranstaltung rief Kritik in Serbien hervor Foto: picture alliance/PIXSELL

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