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Pelosi
Die demokratische Minderheitenführerin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi Foto: picture alliance / AP Images

Nancy Pelosi
 

Nicht die hellste Kerze auf dem Kuchen

Im Bundestag sind die Redezeiten für die jeweiligen Fraktionen klar festgelegt. Undenkbar, daß Abgeordnete etwa stundenlang das Mikrophon blockieren, um damit auf Themen aufmerksam zu machen, die ihnen am Herzen liegen.

In Amerika hingegen gibt es den Brauch des Filibusters. Dabei lesen Politiker auch bisweilen schon mal aus dem Telefonbuch vor. Wichtig ist nur, Zeit von der Uhr zu reden, um so die Beschlußfassung über ein bestimmtes Gesetz hinauszuzögern.

Protest gegen Trump

Etwas anders lag der Fall am vergangenen Mittwoch bei der früheren Sprecherin des Repräsentantenhauses und jetzigen demokratischen Minderheitenführerin Nancy Pelosi. Sie redete acht Stunden, um damit auf die ihrer Meinung nach harte Haltung der Trump-Administration gegenüber illegalen Einwanderern und deren Kindern aufmerksam zu machen, sowie ein Gesetz zu fordern, das deren Aufenthalt legalisiert.

Aber ähnlich wie beim echten Filibuster führt stundenlanges Reden eben nicht selten dazu, daß einem die ein oder andere dumme Äußerung über die Lippen kommt. So geschehen auch bei der Acht-Stunden-Plauderveranstaltung der mittlerweile 77 Jahre alten Kalifornierin.

Eine der persönlichen Geschichten, die die Vorzeigefrau der Demokraten zum besten gab, handelte von ihrem sechsjährigen Enkel, der einen Latino-Freund mit dem Namen Antonio habe. Pelosi: „Als mein Enkel die Kerzen auf seinem Geburtstagskuchen ausgeblasen hat, sagten ihm alle, er habe jetzt einen Wunsch frei.“

Pelosi: „Die Schönheit liegt in der Vielfalt“

Daraufhin habe der Knirps geantwortet „Ich wünschte, ich hätte braune Haut und braune Augen wie Antonio“. Das sei „so schön, so schön“ gewesen, rekapitulierte Pelosi. „Die Schönheit liegt in der Vielfalt“, klärte sie die wenigen Zuhörer auf, die sich den Redemarathon antaten. Sie sei in diesem Moment sehr stolz auf ihren Enkel gewesen.

Fox-News-Moderator Tucker Carlson fragte Pelosi daraufhin in seiner Sendung, ob sie glaube, daß es „gesund sei, sich selbst dafür zu hassen, wie Gott einen geschaffen“ habe. „Wenn man in einem Land leben will, wo sich die Leute nicht gegenseitig für ihre Hautfarbe hassen, sollte man besser keine Sachen wie diese sagen“, so Carlsons Fazit.

Vielleicht hätte Pelosi sich und ihrer Partei einen Gefallen getan, hätte sie einfach aus dem Telefonbuch vorgelesen. Oder noch besser: ganz geschwiegen.

Die demokratische Minderheitenführerin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi Foto: picture alliance / AP Images
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