Keine kompakte Einheit

Juncker: Rumänien nicht bereit für EU-Ratsvorsitz

BRÜSSEL. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat große Skepsis geäußert, daß Rumänien den EU-Ratsvorsitz zum 1. Januar übernehmen kann. Das Land sei zwar technisch gut vorbereitet, aber er glaube nicht, „daß die Regierung in Bukarest in vollem Umfang begriffen hat, was es bedeutet, den Vorsitz über die EU-Länder zu führen“, sagte Juncker der Welt am Sonntag.

Für umsichtiges Handeln brauche es die Bereitschaft, anderen zuzuhören und den Willen, eigene Anliegen hintenan zu stellen. Zudem sei der Zustand des Landes nicht so, daß es als „kompakte Einheit“ auftreten könne. „Es braucht zuhause eine geschlossene Front, um während der Ratspräsidentschaft auch die Einheit Europas zu fördern“, meinte Juncker.

Rumänien soll ab 2019 zum ersten Mal für ein halbes Jahr den EU-Ratsvorsitz übernehmen und Österreich ablösen.

Vor sechs Wochen hatte auch Rumäniens Staatspräsident Klaus Johannis bezogen auf den anstehenden EU-Ratsvorsitz gesagt: „Ich bin der Meinung, daß wir dafür nicht vorbereitet sind.“ Kurz zuvor war der Europaminister Victor Negrescu zurückgetreten. (mp)

EU-Kommissionspresident Jean-Claude Juncker und die rumänische Premierministerin Viorica Dăncilă Foto: AP Photo

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen

All articles loaded
No more articles to load

aktuelles

All articles loaded
No more articles to load