La Rambla
Spanische Tageszeitung in Barcelona am Tag nach dem Terroranschlag Foto: picture alliance/ dpa

Katalonien
 

Spanien schockiert über islamischen Terror

BARCELONA. Bei einem islamischen Terroranschlag in Barcelona sind am Donnerstag 13 Menschen getötet und 130 verletzt worden. 15 der Verletzten schwebten am Freitagmorgen noch in Lebensgefahr. Unter den Todesopfern befinden sich nach ZDF-Angaben auch drei Deutsche. Unter den Verletzten sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes 13 Deutsche. Drei Terroristen waren auf der Einkaufs- und Flaniermeile La Rambla in Barcelona mit einem Kleintransporter über eine Strecke von rund 600 Metern im Zickzackkurs in Menschen gerast. Das ist dasselbe Tatmuster wie bei dem Terroranschlag von Nizza im Juli 2016, bei dem 86 Menschen starben.

Noch in der Nacht bekannte sich die Terrororganisation „Islamischer Staat“ zu dem Anschlag. Der katalanischen Polizei gelang es, zwei der drei mutmaßlichen Attentäter festzunehmen. Bei dem einen soll es sich um einen spanischen, bei dem zweiten um einen marokkanischen Staatsbürger handeln. Der spanische Staatsbürger stammt Berichten zufolge aus der Enklave Melilla auf dem afrikanischen Kontinent. Beim Fahrer des Wagens soll es sich um den mutmaßlichen Haupttäter Moussa Oukabir handeln. Er konnte zunächst fliehen.

Zweiter Terroranschlag

Wenige Stunden später ereignete sich im katalanischen Badeort Cambrils ein weiterer Terrorakt. Dort wurden sieben Menschen verletzt als fünf Täter ebenfalls mit einem Auto in eine Menschenmenge gerast waren. Eine Frau starb kurze Zeit später an ihren Verletzungen. Die Terroristen trugen Attrappen von Sprengstoffgürteln und hatten Äxte und Messer bei sich. Die mutmaßlichen Attentäter wurden vor Ort von der Polizei erschossen. Laut spanischen Medien soll der Fahrer des Transporters in Barcelona, Moussa Oukabir, unter den getöteten Angreifern sein. Die Polizei hat dies bisher nicht bestätigt.

Am Freitag nahm die katalanische Polizei weitere Personen fest, zwei in Ripoll nördlich von Barcelona, einer in Alcanar 200 Kilometer südlich. Einer der beiden in Ripoll Festgenommenen soll den Lieferwagen angemietet haben. Die katalanische Regierung reagierte noch am Donnerstag auf Twitter: „Wir Katalanen sind, waren immer und werden immer ein Volk sein, daß für andere seine Arme öffnet.“

Bereits am Mittwochabend kam es in Alcanar zu einer schweren Gasexoplosion in einem Haus, bei der ein Mensch getötet und einer schwer verletzt wurde. Die Polizei entdeckte in dem zerstörten Gebäude 20 Propangasflaschen, an denen manipuliert worden war. Die Ermittler gehen davon aus, daß die Explosion mit dem Anschlag in Barcelona in Zusammenhang steht. (tb, gb)

Spanische Tageszeitung in Barcelona am Tag nach dem Terroranschlag Foto: picture alliance/ dpa
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