Marine
Le Pen beim Wahlkampfauftakt in Lyon Foto: picture alliance / Visual Press Agency

Wahlkampfauftakt
 

Le Pen sieht Trump und Brexit als Vorbild

LYON. Bei ihrem Wahlkampfauftakt hat Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen Großbritannien und die USA als Vorbilder für Frankreich gelobt. „Das Unmögliche ist plötzlich möglich geworden“, sagte die Front-National-Chefin mit Blick auf den Brexit und die Wahl Donald Trumps vor rund 4.000 Anhängern in Lyon am Sonntag.

Ähnlich wie das Vereinigte Königreich hat auch Le Pen angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs die Beziehungen zur EU neu zu verhandeln und am Ende das Volk über den weiteren Verbleib in der Union abstimmen zu lassen.

„Patrioten gegen Globalisierer“

Über die bevorstehenden Wahlen sagte Le Pen: „Die alte Zweiteilung zwischen links und rechts ist vorbei. Der neue Kampf wird zwischen Patrioten und Globalisierern geführt.“ Bei der Veranstaltung stellte die 48jährige frühere Rechtsanwältin auch ihr 144 Punkte umfassendes Wahlkampfprogramm vor. Darin fordert die Front-National-Kandidatin unter anderem eine massive materielle und personelle Aufstockung der Polizei sowie die Wiedereinführung nationaler Grenzkontrollen. Zudem pocht Le Pen auf eine Obergrenze für Einwanderer von 10.000 Personen pro Jahr.

In der Wirtschaftspolitik tritt sie für die Beibehaltung der 35-Stunden-Woche sowie der strengen Kündigungsschutzgesetze ein. Darüber hinaus verspricht sie, nach einem Wahlsieg das Renteneintrittsalter wieder auf 60 zu senken. Die Sozialisten hatten unter Präsident François Hollande die Rente mit 62 eingeführt. Ihr Gegenkandidat von den Republikanern, François Fillon, der derzeit mit Vorwürfen der Vetternwirtschaft konfrontiert wird, möchte das Eintrittsalter auf 65 Jahre anheben.

Le Pen derzeit vorn

Umfragen prognostizieren einen Sieg Le Pens in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen am 23. April. Nach der jüngsten Erhebung liegt Le Pen mit 25 Prozent auf Platz eins, gefolgt von dem Sozialdemokraten Emmanuel Macron, dem 21 bis 22 Prozent vorausgesagt werden, sowie Fillon, der auf 18 bis 20 Prozent käme. Wenn keiner der Bewerber über 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen kann, findet am 7. Mai ein zweiter Wahlgang statt. Dort werden Le Pen jedoch nur geringe Chancen zugeschrieben. (tb)

Le Pen beim Wahlkampfauftakt in Lyon Foto: picture alliance / Visual Press Agency
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