Donald Trump
US-Präsident Donald Trump Foto: picture alliance / abaca

Erstes TV-Interview
 

Trump kündigt Abschiebung von kriminellen Illegalen an

WASHINGTON. Der designierte US-Präsident Donald Trump hat in einem ersten TV-Interview angekündigt, bis zu drei Millionen illegale Einwanderer zügig abzuschieben. Vor allem lateinamerikanische Kriminelle, Drogendealer und Bandenmitglieder zählten zu den „wahrscheinlich zwei Millionen, es könnten aber bis zu drei Millionen sein“, sagte Trump dem Sender CBS.

Trump konkretisierte in der Sendung „60-Minutes“ auch den Ausbau des Grenzschutzes zu Mexiko. Eine durchgehende Mauer könne an manchen Stellen des 3200 Kilometer langen Verlaufs zwar durch einen Zaun ersetzt werden, „aber in bestimmten Abschnitten ist eine Mauer angemessener“.

Obamacare beibehalten

Klare Worte fand der künftige Präsident in Bezug auf die Terrormiliz Islamischer Staat (ISIS) und die US-Sicherheitspolitik: „Wir werden die ISIS niederschlagen.“ Eine konkrete Strategie zu veröffentlichen sei aber kontraproduktiv, da sich der IS ansonsten darauf einstellen könne, sagte Trump.

Entgegen der Ankündigungen im Wahlkampf, das Gesundheitssystem von Barack Obama auszutauschen, kündigte Trump nun an, Teile der Gesundheitsreform „Obamacare“ übernehmen zu wollen. Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen sollten weiterhin über die Versicherung ihrer Eltern versorgt werden. Geplant sei aber eine grundsätzliche Reform der Krankenversicherung. Sie sollte weniger Geld kosten und mehr Leistungen beinhalten.

Erste Personalentscheidungen

Am Sonntag gab Donald Trump auch erste Namen aus seinem künftigen Personalstab bekannt. Der republikanische Parteichef Reince Priebus wird die Aufgaben des Stabschefs übernehmen, der Wahlkampfmanager und Chef der Nachrichtenseite Breitbart, Stephen Bannon, als Chefstratege ins Weiße Haus wechseln. Die Bezahlung von 400.000 Dollar pro Jahr lehnte der Millionär ab. Er schlug stattdessen einen symbolischen Dollar als sein Gehalt vor.

Unterdessen haben mehrere Hochschullehrer an amerikanischen Universitäten aufgrund der „traumatisierenden Situation“ Prüfungstermine für ihre Studenten nach dem Wahlsieg Trumps verschoben, berichtet Columbia Spectator. Statt dessen boten sie beispielsweise Diskussionsstunden an. (vi)

US-Präsident Donald Trump Foto: picture alliance / abaca
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