Yanis Varoufakis im Jahr 2013
Varoufakis zurückgetreten. Foto: Screenshot Youtube

CSU attackiert Varoufakis
 

Streit um griechischen Mittelfinger

BERLIN/ATHEN. Die CSU hat scharfe Kritik am griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis geäußert. „Es wird jeden Tag schwieriger, Herrn Varoufakis noch als seriösen Verhandlungspartner zu akzeptieren“, sagte Bayerns Finanzminister Markus Söder dem Handelsblatt. Hintergrund ist ein Video aus dem Jahr 2013, auf dem der Grieche Deutschland den Mittelfinger zeigen soll.

Varoufakis, der zum damaligen Zeitpunkt noch Wirtschaftsprofessor war, zeigte sich empört und bezeichnete den Film als Fälschung. „Das ist so montiert worden. Ich habe so etwas nie gemacht. Ich schäme mich dafür, daß man mir so etwas zutraut, ein solches Video. Ich bin sicher, daß haben Sie nicht gewußt. Aber das ist getürkt. Diesen Finger habe ich nicht gezeigt.“

Varoufakis bestreitet Echtheit

Die Redaktion der Talk-Sendung von Günther Jauch, die den Film ausgestrahlt hatte, teilte dagegen mit, es gäbe keine Anzeichen für eine Manipulation. Auch Experten gehen von einer Echtheit des Materials aus. Varoufakis hatte in dem Video über die Staatspleite Argentiniens gesprochen und gesagt, die Griechen hätten den Deutschen mit Blick auf die Finanzhilfen den Mittelfinger zeigen sollen.

„Ich vertraue der Recherche der Redaktion von ‘Günther Jauch’. Das würde bedeuten, daß Herr Varoufakis offensichtlich im deutschen Fernsehen die Unwahrheit gesagt hat“, kritisierte Söder, der zusammen mit dem griechischen Finanzminister Gast der Sendung war.

„Der Minister hat den Ernst der Lage offensichtlich nicht erkannt. Das sieht man auch daran, daß er mit immer neuen Vorschlägen versucht, das Schuldenproblem seines Landes zu lösen, statt die vereinbarten Reformen endlich umzusetzen“, betonte der CSU-Politiker. (ho)

Varoufakis zurückgetreten. Foto: Screenshot Youtube
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