Paßwortabfrage: Der GCHQ kann jedermanns E-Mail-Absenderadresse vortäuschen
Paßwortabfrage: Der GCHQ kann jedermanns E-Mail-Absenderadresse vortäuschen Foto: rg

Kommunikation
 

So manipuliert der Briten-Geheimdienst das Netz

LONDON. Der britische Geheimdienst ist zu bislang unbekannten Manipulationen im Internet in der Lage. Das geht aus neuen Dokumenten des Whistleblowers Edward Snowden hervor. So kann der Dienst E-Mails unter falschem Namen verschicken und Handyverbindungen herstellen, ohne daß die Gesprächspartner dies wollten.

Das britische Regierungskommunikationshauptquartier (GCHQ), eine Behörde vergleichbar der NSA, hat eine Forschungsabteilung für Gefahren (JTRIG), die mit Internetüberwachung befaßt ist. Über die Möglichkeiten, die JTRIG entwickelt hat, berichtet der Nachrichtendienst The Intercept von Glenn Greenwald.

Der Snowden-Vertraute Greenwald hat auf Grundlage von Snowden-Dokumenten eine Reihe von Programmen ausmachen können, die von den Erfindern mit klangvollen Namen versehen worden sind und von denen einige hier aufgelistet werden:

„Underpass“: Ein Programm, das „die Ergebnisse von Onlineumfragen ändert“.

„Badger“ und „Warpath“: Programme, die „massenhaft Propagandanachrichten per E-Mail oder SMS versenden können“.

„Angry Pirate“: Damit werden Konten von Zielpersonen auf bestimmten Computer deaktiviert.

„Changeling“: Dieses Programm ermöglicht es Agenten, die Absenderadresse von E-Mails in jede beliebige andere Adresse zu ändern, damit sie im Namen anderer Personen Nachrichten verschicken können.

„Imperial Barge“: Durch dieses Werkzeug werden zwei Telefone ohne das Wissen ihrer Besitzer miteinander verbunden. So können Verbindungen zwischen Zielpersonen hergestellt werden, die es eigentlich gar nicht gibt.

„Spring Bishop“: Damit werden „private Fotos von Zielpersonen bei Facebook“ ausfindig gemacht. GCHQ wollte keines der Programme kommentieren, schreibt Greenwald. Anders als die NSA. Auch die US-Behörde hat ein Faible für private Fotos. So berichtete Snowden am Donnerstag im Interview mit dem Guardian über die Weitergabe von Nacktfotos durch NSA-Agenten. Die Behörde hat dazu Stellung bezogen: Sie bekräftigte zwar, sie würde solche Aktivitäten nicht dulden, dementierte sie aber auch laut Forbes nicht eindeutig. (rg)

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