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Erdogan-Anhänger feiern Wahlsieg
Erdogan-Anhänger feiern Wahlsieg: Opposition übt Kritik Foto: picture alliance/abaca

Erdogan gewinnt Präsidentenwahl
 

Erdogan gewinnt Präsidentenwahl

ISTANBUL. Recep Tayyip Erdogan wird neuer Staatspräsident der Türkei. Der 60jährige Chef der islamischen AKP setzte sich bei den Wahlen am Wochenende mit 51,96 Prozent gegen seine Kontrahenten durch und muß damit nicht mehr in einen zweiten Wahlgang. Der von Sozialdemokraten und Kemalisten unterstützte Ekmeleddin Ihsanoglu erreichte 38,33 Prozent. Der Kurde Selahattin Demirtas erzielte etwa zehn Prozent.

Oppositionskandidat Ihsanoglu kritisierte, der Wahlkampf sei unter „ungerechten und ungleichen Voraussetzungen geführt“ worden. So habe Erdogan die staatliche Infrastruktur genutzt und im Staatsfernsehen auch mehr Zeit bekommen, sagte Ihsanoglu.

Erdogan will mehr Macht

Der bisherige Präsident Abdullah Gül trat nicht mehr für eine zweite Amtszeit an. Erdogan regiert das Land seit 2003 als Ministerpräsident und hätte in dieser Position nicht noch einmal zur Wahl antreten dürfen. Im Wahlkampf hatte er mehrfach angekündigt, dem Posten des Staatspräsidenten mehr Macht verleihen zu wollen. Bisher nahm dieser eher repräsentative Aufgaben wahr. Nun sei eine „neue Ära“ für die Türkei angebrochen, sagte der Wahlsieger am Sonntag

Die AKP verfolgt in der Türkei einen strikten Islamisierungskurs und steht damit im Gegensatz zur laizistischen an Staatsgründer Kemal Atatürk ausgerichteten Politik der Opposition. In den vergangenen Jahren gelang es Erdogan zudem, die Macht der Armeechefs zu brechen. Diese hatte im vergangenen Jahrhundert mehrfach geputscht. Unklar ist noch, wer Erdogan als AKP-Chef und Ministerpräsident nachfolgt. (ho)

Erdogan-Anhänger feiern Wahlsieg: Opposition übt Kritik Foto: picture alliance/abaca
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