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Frankreich
 

Marine Le Pen bangt um Präsidentschaftskandidatur

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Marine Le Pen: Ihre Unterstützer müssen sich öffentlich bekennen Foto: Wikimedia/Marie-Lan Nguyen

PARIS. Die Parteivorsitzende des Front National (FN), Marine Le Pen, bangt offenbar um ihre Zulassung zur Präsidentenwahl im April. Derzeit liegen noch keine 500 Unterstützungsunterschriften von Mandatsträgern vor, die Le Pen benötigt, um zur Wahl anzutreten. „Wenn es soweit käme, würde Frankreichs Image als ewiger demokratischer Lehrmeister zumindest beträchtlichen Schaden erleiden“, sagte die Parteichefin dem Magazin Decideurs.

Ursache für die fehlenden Unterschriften ist ein Gesetz aus dem Jahr 2007, das Unterstützer von Präsidentschaftsbewerbern zwingt, ihre Empfehlung öffentlich zu machen. Diese Regelung war eingeführt worden, nachdem der Vater von Marine und frühere Parteichef, Jean-Marie Le Pen, 2002 den Kandidaten der Sozialisten in der ersten Wahlrunde überraschend geschlagen hatte. Der rechtsnationale Politiker hatte damals die nötigen Unterstützer nur knapp erreicht.

„Sollte er mich daran hindern, dann werden sich unsere Wähler rächen“

Die FN-Vorsitzende forderte Präsident Nicolas Sarkozy deswegen auf, die Pflicht zur Veröffentlichung abzuschaffen: „Es liegt in der Macht Nicolas Sarkozys, die Dinge zu ändern. Wenn ich dabei bin, das sage ich ganz klar, besteht das Risiko, daß Nicolas Sarkozy es nicht bis in die zweite Runde schafft.“ Nehme sie dagegen nicht an der Wahl teil, sei dessen Niederlage Gewißheit, betonte Le Pen. Sollten die anderen Parteien versuchen, ihre Teilnahme auf diese Art verhindern, „dann werden sich unsere Wähler rächen“.

Für den FN wirkt sich zudem das französische Mehrheitswahlrecht negativ aus, das die Partei, die in den vergangenen Wahlen in mehreren Départements zweit- und drittstärkste Kraft geworden war, stark benachteiligt. Da so nicht genügend eigene Mandatsträger für die nötigen Unterschriften zur Verfügung stehen, sind ihre Kandidaten auf Unterstützung aus anderen politischen Lagern angewiesen. (ho)

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