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Gleichberechtigung
 

Österreich ändert Bundeshymne „geschlechtergerecht“

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„Land der Berge, Land am Strome“: Der Text stammt aus der Feder von Paula Preradović und wurde 1947 zur österreichischen Bundeshymne erklärt Foto: Luttmann/pixelio.de

WIEN. Die österreichischen Parteien SPÖ, ÖVP und Grüne haben sich darauf geeinigt, den Text der österreichischen Bundeshymne „geschlechtergerecht“ zu ändern. In der ersten Strophe sollen künftig nicht nur die „Söhne“, sondern auch die „Töchter“ Österreichs besungen werden.

Die SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm sprach von einer „wichtigen Nebensache“. Nach Pressemeldungen hat auch das BZÖ seine Zustimmung zu dem Drei-Parteien-Antrag signalisiert. Der BZÖ-Fraktionschef Josef Bucher erklärte, „daß nicht alles so bleiben muß.“ Das BZÖ sei durchaus aufgeschlossen gegenüber einer vernünftigen Änderung.

Geänderter Hymnentext soll schon am 1. Januar 2012 gelten

Kritik kam lediglich von der FPÖ. Deren Frauensprecherin Carmen Gartelgruber nannte es ein „Armutszeugnis für die beiden Regierungsparteien, seriöse Frauenpolitik mit dieser Aktion derartig ins Lächerliche zu ziehen“. Sie warf der ÖVP vor, die „GrünInnen links zu überholen“. Dieses „Genderklamauk“ könne dazu führen, daß „dem allzu männlichen Bundesadler noch ein Schminktäschchen statt der Sichel verpaßt“ werde.

Die geänderte Fassung der Hymne könnte bereits zum 1. Januar 2012 gültig werden. Wie der Text der Hymne dann kronkret lauten wird, ist allerdings noch unklar. Eine erste Lesung des gemeinsamen Antrags von SPÖ, ÖVP und Grüne soll am 21. September im Parlament stattfinden. Im Oktober könnte der Verfassungsausschuß darüber befinden. (cs)

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