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Islamkritik
 

Islamkritik: Anschlag auf französische Satire-Zeitschrift

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Das Redaktionsgebäude nach dem Anschlag: Nach Islamkritik im Visier Foto: Wikimedia/Travail personnel mit CC-Lizenz https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode

PARIS. Unbekannte Täter haben in der Nacht zu Mittwoch die Redaktionsräume der französischen islamkritischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ mit Molotow-Cocktails angegriffen und fast vollständig zerstört. Gleichzeitig übernahmen Hacker die Internetseite des Magazins und schrieben dort, „Es gibt keinen Gott außer Allah“, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Der Angriff steht offenbar im Zusammenhang mit der am Mittwoch erscheinenden neuen Ausgabe der Zeitschrift, in der die Macher sich in mehreren Texten und Karikaturen satirisch mit dem Islam und der Scharia auseinandersetzen.

Der Chefredakteur Stéphane Charbonnier sagte dem Fernsehsender BFM-TV, die Redaktion habe bereits zuvor zahlreiche Drohungen bekommen. Derzeit schaue er sich nach Ersatzräumen für die nächste Ausgabe um. „Unter diesen Umständen läßt sich keine Zeitung mehr produzieren.“

Innenminister spricht von islamistischem Motiv

Frankreichs Innenminister Claude Guéant sagte nach eine Besuch des Tatorts, es handele sich um einen gezielten Anschlag. Die Sicherheitsbehörden verfolgten eine islamistische Spur.

Bereits 2006 hatte die Zeitschrift einen Aufruf gegen den Islamismus unterschrieben und die Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung Jyllands-Posten nachgedruckt. Der französische Dachverband der Muslime hatte daraufhin Klage gegen die Satiriker wegen Beleidigung des Islams erhoben. Ein Pariser Gerichts sprach die Zeitungsmacher 2007 von dem Vorwurf frei. (ho)

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