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„Lettische Legion“
 

Gericht in Riga hebt Demonstrationsverbot auf

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Das lettische Freiheitsdenkmal in Riga Foto: Wikipedia/M.Thirolf

RIGA. Veteranen der „Lettischen Legion“ dürfen am Dienstag in Lettlands Hauptstadt Riga demonstrieren. Ein Gericht hat das zuvor von der Stadtverwaltung verhängte Verbot kassiert.

Das Treffen der ehemaligen Soldaten hatte in den vergangenen Jahren immer wieder linke Gruppen und Angehörige der russischen Minderheit auf den Plan gerufen, die dagegen protestierten. Wegen befürchteter Ausschreitungen waren im vorigen Jahr sowohl die Demonstration als auch die Gegendemonstration verboten worden.

Die „Lettische Legion“ hatte als Gliederung der Waffen-SS im Frühjahr 1944 mit zwei Divisionen am Fluß Welikaja (Mudava) gegen die Rote Armee gekämpft. Anschließend wurde Lettland von der Sowjetunion annektiert; nach sowjetischer Lesart war dies eine „Befreiung“.

Für Lettlands Freiheit gekämpft

Der 16. März war von 1998 bis 2000 in Lettland nationaler Gedenktag. Trotz der offiziellen Streichung ist er jedoch für viele ehemalige Legionäre und ihre Angehörigen noch immer ein informeller Feiertag, an dem sie zum Freiheitsdenkmal in der lettischen Hauptstadt Riga ziehen.

Rußlands Regierung sowie die russische Minderheit in Lettland werten die Parade als Affront und werfen den Veteranen vor, das nationalsozialistische Deutschland zu glorifizieren, an dessen Seite sie gekämpft hatten.

Die Veteranen machen dagegen geltend, sie seien keine Nationalsozialisten, sondern hätten für Lettlands Freiheit gekämpft. (vo)

Ein ausführlicher Artikel über die Hintergründe des „Legionärstages“ ist in der aktuellen Ausgabe der JUNGEN FREIHEIT erschienen.

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