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Interview
 

„Die iranische Atombombe ist keine Gefahr für Israel“

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Martin van Creveld Foto: Privat

BERLIN. Die Gefahr, die von einem atomaren Iran ausgeht, wird übertrieben. Diese Ansicht vertritt der israelische Militärexperte Martin van Creveld im Interview mit der JUNGEN FREIHEIT.

Der Iran wolle die Atombombe nicht, um damit Israel zu vernichten, sondern um das strategische Ungleichgewicht gegenüber den Vereinigten Staaten auszugleichen: „Egal in welche Himmelsrichtung die Mullahs auch blicken – immer fällt ihr Blick auf US-Truppen, eine Viertelmillionen US-Soldaten“, erläutert van Creveld die Situation des Iran.

Aus dem Irak-Krieg hätte der Iran zwei Dinge gelernt: Zum einen, daß er mit seiner Armee keine Chance gegen die Amerikaner habe, und zum anderen, daß nicht ausgeschlossen werden könne, ob ein amerikanischer Präsident sich nicht irgendwann doch dafür entscheiden könnte, den Iran anzugreifen.

Es droht die schlimmste Krise

Die wahre Gefahr gehe nicht von der iranischen Bombe aus, sondern von einem Angriff auf den Iran, um den Bau der Bombe zu verhindern. Ein Krieg in der ölreichsten Region der Welt könnte die Weltwirtschaft in eine der schlimmsten Krisen stürzen und schwere politische Folgen nach sich ziehen, warnt van Creveld.

Hinter der Übertreibung der Gefahr eines atomaren Irans vermutet der Militärhistoriker Kalkül. So hätten die Vereinigten Staaten stets alles unternommen, um andere davon abzuhalten, in den Besitz von Atomwaffen zu kommen. Im Fall Israel sei der Beweggrund jedoch ein anderer: „Offensichtlich geht es darum, von Ländern wie Deutschland oder den USA Geld und Waffen zu bekommen. Dieses Spielchen spielen die Zionisten nun schon seit hundert Jahren – und zwar mit großem Erfolg.“ (JF)

Prof. Dr. Martin van Creveld lehrt Geschichte an der Hebräischen Universität von Jerusalem und beriet mehrfach Streitkräfte verschiedener Nationen, darunter auch das amerikanische Verteidigungsministerium.

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