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Vertreibung
 

Deutsches Massengrab in Mähren ausgehoben

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Iglau (Postkarte von 1899): Nach einigen der Opfer war jahrelang vergeblich gesucht worden Foto: Wikipedia/Pernak

BRÜNN. In Mähren ist ein Massengrab mit ermordeten Deutschen ausgehoben worden. Tschechische Kriminaltechniker und Archäologen aus Brünn bargen bei Dobrenz (Dobronín) unweit der Bezirksstadt Iglau (Jihlava) die sterblichen Überreste von sechs Deutschen, die höchstwahrscheinlich kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges hier von Tschechen ermordet wurden.

Die Leichen wurden auf einer Fläche von viermal vier Metern freigelegt. Neben den Skeletten wurden auch Reste ihrer Bekleidung gefunden, sagte der Ermittler Michal Laška der Internetzeitung Novinky.cz.

Auf Initiative des Iglauer Journalisten Miroslav Mareš ermittelte die tschechische Kriminalpolizei seit 2009 im „Fall Bergersdorf“. Im Mai 1945 waren Deutsche aus Bergersdorf und Nachbarorten in der Iglauer Sprachinsel von tschechischen Aktivisten der „Roten Garden“ ermordet worden.

Überreste nach Hause holen

Nach einigen der Opfer war jahrelang vergeblich gesucht worden. Man werde alles tun, um die Leichen zu identifizieren, auch mit Hilfe von DNA-Proben, erläuterte Laška. Die Angehörigen der Opfer haben sich zu einem entsprechenden Test bereit erklärt.

Nach Abschluß der Untersuchungen wollen sie die sterblichen Überreste ihrer Verwandten nach Hause holen. Mit dem „Fall Bergersdorf“ beschäftigt sich auch der tschechische Dokumentarfilm-Regisseur David Vondráček. (fis)

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