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„Rückbesinnung auf unser Wertefundament“

Kapitalismus und christliche Werte – geht das zusammen? Ist dies angesichts des Raubtierkapitalismus (Helmut Schmidt) kein unlösbarer Widerspruch? Nein, vielmehr sei gerade in Zeiten wie diesen die Umsetzung christlicher Grundsätze der beste Ansatz zur Lösung der Krise, meinen mehr als 3.000 Unternehmen aus Industrie, Handel, Dienstleistung und Handwerk, die sich in mehreren Wirtschaftsverbänden zusammengeschlossen haben. Dazu zählt etwa der Verein Christen in der Wirtschaft (CIW), der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) oder der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer (AEU).

Wer glaubt, ihnen hätten sich nur Außenseiter oder christlich-konservative Traditionalisten angeschlossen, täuscht sich, wie ein Blick in die Mitgliederliste zeigt: Dem BKU gehören beispielsweise Obi-Gründer Manfred Maus, Christiane Underberg und Thyssen-Krupp-Aufsichtsrats­chef Gerhard Cromme an. Vorsitzender des AEU ist Michael Freiherr Truchseß von Wetzhausen, Mitglied der Geschäftsführung der Deutschen Bank und im Aufsichtsrat der Nestlé Deutschland AG. Sein Stellvertreter ist Peter Barrenstein, Senior-Partner bei der Unternehmensberatung McKinsey & Company.

Dem CIW als ältestem christlichem Wirtschaftsverband Deutschlands steht Frank Suchy vor, dessen Firma zu den größten Meßtechnik-Unternehmen Deutschlands gehört. Um die Fehler der rein am Götzengott Mammon ausgerichteten Wirtschaftspolitik aufzuzeigen, findet vom 26. bis 28. Februar in Zusammenarbeit dieser Verbände mit anderen christlichen Wirtschaftsvereinigungen wie der Akademie für Christliche Führungskräfte (ACF) sowie der evangelischen Nachrichtenagentur idea der Kongreß christlicher Führungskräfte in Düsseldorf statt.

„Die Rückbesinnung auf unser christliches Wertefundament wird uns ein gutes Stück dabei helfen, die richtigen Lehren aus der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzkrise zu ziehen und gestärkt daraus hervorzugehen“, ist der Kongreß-Vorsitzende und idea-Chef Hans Marquardt überzeugt. „Wenn sich Führungskräfte in allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft wieder neu auf das Fundament des christlichen Glaubens stellen, wird es einen nachhaltigen Aufschwung und ein neues qualitatives Wachstum geben.“

Zu den Unternehmen, die seit jeher christliche Werte in den Vordergrund stellten, gehört die Essener Firma Deichmann. Heinz-Horst Deichmann baute das Familenunternehmen nicht nur zu Europas größter Schuhhandelskette aus, sondern schuf auch das Missionswerk „Wort und Tat“, das in Indien und Tansania Schulen und Krankenhäuser betreibt und jährlich rund 80.000 Menschen unterstützt. Mindestens fünf Millionen Euro fließen jedes Jahr in dieses Missionswerk. Auch bei Mitarbeiterversammlungen und in der Firmenzeitschrift weisen Heinz-Horst Deichmann und sein Sohn Heinrich, der 1999 die Geschäftsführung übernommen hat, auf die Bedeutung christlicher Werte in der Wirtschaftswelt hin.

Zu seinem Glauben steht auch der Unternehmer Friedhelm Loh, der nicht nur Präsident des Zentralverbandes Elektrotechnik (ZWEI) und Vizepräsident des Bundes Deutscher Industrie (BDI) ist, sondern derzeit auch Platz 84 bei den reichsten Deutschen und Rang 1.062 der weltweit reichsten Menschen einnimmt. Loh betet nach eigenen Angaben mehrmals täglich und stets vor wichtigen Entscheidungen. „Christen haben zwar keinen Garantieschein für den Erfolg. Aber rückblickend sehe ich, daß bei vielen umbeteten Entscheidungen Gott seine Hand im Spiel hatte. Ich hätte die Unternehmensgruppe nicht aufbauen können, wenn er mir nicht die Menschen geschenkt hätte, die sich mit meinen Zielen identifizieren“, so Loh in der Wirtschaftswoche.

Die Geschäftsführerin des Spirituosenkonzerns Underberg, Christiane Underberg, engagiert sich sehr stark für den Umweltschutz, was zu vielen Kooperationen mit dem World Wildlife Fund (WWF) führte. Seit 2001 ist die Unternehmerin sogar Mitglied des WWF-Programmausschusses. Auch der 1970 durch Emil und Christiane Underberg gegründete Fonds für Umweltstudien versucht, Naturschutz und Nachhaltigkeit voranzutreiben. Gleichzeitig engagiert sich die Unternehmensleiterin auch für eine werteorientierte Unternehmensführung sowie in dem Pilotprojekt „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“. Sie hoffe, daß „sich viele Unternehmer ermutigt sehen, die Freude zu erleben, wenn man für die Gesellschaft außerhalb des eigenen Unternehmens etwas Positives mitgestalten kann“.

Ein Zeichen für das Umdenken bei vielen Unternehmern ist auch die stetig wachsende Zahl christlicher Managementbücher. „Wir stellen fest, daß sich die meisten Bücher mit konkreten Themen des Berufsalltags beschäftigen und aus christlicher Sicht Antworten auf ganz praktische, aktuelle Fragen geben“, freut sich Horst Marquardt.

Foto: Heinz-Horst Deichmann bei Steinbrucharbeiterinnen in Indien: Schuf Missionswerk „Wort und Tat“

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