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„Sie haben nichts zu verlieren“

Der Ansturm von Immigranten aus Afrika auf die Kanarischen Inseln hält ungebremst an (JF 14/06). Allein am vorletzten Wochenende gelangten 1.200 Illegale nach Teneriffa und Fuerteventura. Sie kommen meist in Cayucos, kleinen mauretanischen Fischerbooten, die inzwischen als schwimmende Särge gelten. An den Stränden der spanischen Sonneninseln werden immer wieder Leichen aus den Booten angeschwemmt. Kürzlich machte sogar die Polizei der Karibik-Insel Barbados einen grausigen Fund: In einem Cayuco wurden die Leichen von elf Afrikanern an die Küste der östlichsten Antillen-Insel gespült. Einige wiesen deutliche Spuren von Kannibalismus auf. Die Behörden gehen davon aus, daß die Afrikaner von Mauretanien in Richtung Kanaren in See gestochen waren. Aus unbekannten Gründen kam das Boot jedoch vom Kurs ab. Die Insassen verdursteten. Seit Beginn des Jahres sind nach offiziellen spanischen Angaben schon über 24.000 Afrikaner mit Booten – meist von Mauretanien und Senegal aus – auf die Kanaren gelangt. Dort müssen die Auffanglager ständig erweitert werden. Derzeit haben sie eine Kapazitätsgrenze für 5.000 Menschen. Etwa 13.000 Migranten wurden in diesem Jahr auf das spanische Festland verbracht. Nur etwa acht Prozent konnten repatriiert werden. Die übrigen verweigerten Angaben zur Person. Ohne Papiere können sie nicht zurückgebracht werden. Die Herkunftsländer weigern sich zudem – trotz entsprechender Vereinbarungen -, ihre Staatsbürger zurückzunehmen. Ganz offen werden wirtschaftliche Gründe für die „Flucht“ genannt: Die privaten Geldüberweisungen aus Europa machen zum Beispiel im Senegal derzeit ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts aus. Allein in diesem westafrikanischen Land sollen laut der spanischen Zeitung ABC etwa 100.000 weitere Wirtschaftsflüchtlinge warten, um die tausend Kilometer lange Reise auf die Kanaren zu starten. Senegal, Mali und Gambia sind derzeit die Hauptherkunftsländer. Während der Exodus aus Mauretanien zurückging, nachdem die spanische Regierung eindeutige Kooperationsangebote vorgelegt hatte, rückt die „neuralgische Zone“ immer weiter nach Süden. Ob der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba bei seiner Reise in den Senegal die dortige Regierung zu mehr Kooperation anzuhalten vermochte, bleibt abzuwarten. „Entweder Europa zahlt, oder es kommen immer mehr Flüchtlinge“, weiß ABC die Motive der schwarzen Regierungen zu erklären. Die EU-Hilfszusagen für die spanischen Seegrenzkontrollen kommen auch nur zögerlich an. Die Küstenpatrouillen der EU-Grenzschutzagentur Frontex haben nur marginale Wirkung. Ein italienisches Patrouillenschiff und ein Flugzeug kommen nicht zum Einsatz, weil Senegal eine entsprechende Vereinbarung noch nicht ratifiziert hat. Daher können derzeit nur einige spanische Hubschrauber und Schiffe vor Mauretanien die Küste überwachen. Portugal hat zusätzlich ein Schiff für die Region um die Kapverden zur Verfügung gestellt. Doch der Illegalen-Strom zeigt, daß es die „Festung Europa“ noch lange nicht gibt. Die Afrikaner wissen zudem, daß sie nur 40 Tage lang in den Auffanglagern festgehalten werden dürfen, wenn ihre Herkunft nicht ermittelt werden kann. Danach werden sie per Flugzeug aufs Festland verbracht, wo sie in die Illegalität untertauchen können. Und immer mehr wandern aus Spanien weiter in die übrigen EU-Staaten. „Viele von ihnen mit völlig falschen Vorstellungen“, erklärte José Maria Rivero, Caritas-Chef auf Teneriffa. „Sie erwarten hier ein Schlaraffenland, in dem es leicht ist, eine Wohnung und einen Job zu finden.“ In Europa seien die billigen Arbeitskräfte durchaus gefragt. „Sie tun alles und haben nichts zu verlieren“, so Rivero. „Und wer nicht in Branchen wie der Gastronomie unterkommt, steigt in den Drogenhandel ein.“ Meist werden die illegalen Einwanderer nur oberflächlich medizinisch untersucht, wenn sie Asylanträge in Europa stellen. Jetzt zeigt eine Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI), wie fahrlässig dies ist. Seit 2001 dokumentieren die Epidemiologen des Instituts, woher die HIV-Infizierten in Deutschland kommen. Dabei zeigte sich, daß etwa zwanzig Prozent der HIV-Infektionen hierzulande bei Einwanderern aus West- und Südafrika, der Karibik und Südost-Asien stammen. In den am stärksten betroffenen Gebieten Afrikas sind bis zu 40 Prozent mit dem Virus infiziert. „Flüchtlinge von dort sind damit die zweitgrößte Aids-Risikogruppe in Deutschland – nach homosexuellen Männern und noch vor den Drogensüchtigen“, so das RKI. Foto: Cayucos-Boot mit illegalen Einwanderern vor Teneriffa: Auf den Kanaren sind 2006 bereits über 24.000 Afrikaner angelandet

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