Goethe-Institute brauchen eine „Wende um 180 Grad“

Der französische Kulturexperte Werner Rauch kritisiert den von Jutta Limbach geplanten Rückzug der Goethe-Institute aus Westeuropa als „absurd“.

Bei der Arbeit der Goethe-Institute drehe es sich nicht mehr „um Kultur, sondern um Zivilisierung“ kritisiert Werner Rauch, Mitglied des Deutsch-Französischen Kulturrates, in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT. Den geplanten Rückzug des renommierten deutschen Kulturinstituts aus Westeuropa zugunsten einer stärkeren Präsenz im Nahen Osten mißbilligt er im Interview mit der Zeitung als einen unpassenden „amerikanischen“ Ansatz. Wer die „weltweite Einigkeit“ wolle, hätte „am Ende gar keine Kultur mehr, weil es keine Unterschiede mehr“ gebe, kritisiert Rauch mit Blick auf die Äußerungen der Präsidentin des Goethe-Instituts Jutta Limbach.

Harsche Kritik erntet auch die Strategie, anstelle gepflegter Strukturen, die langfristig Kultur vermitteln können, zukünftig verstärkt Einzelprojekte zu fördern. Es fehle eine klare Antwort auf die Frage: „Was wollen uns die Deutschen eigentlich mitteilen?“, so Rauch.

Thomas Paulwitz, Schriftleiter der Zeitung „Deutsche Sprachwelt“ fordert in der aktuellen Ausgabe der JF eine Wende in der Arbeit der Goethe-Institute „um 180 Grad“. Die Vermittlung der deutschen Sprache müsse anderen kulturellen Projekten wieder vorgezogen werden, da die Sprache der beste Zugang zur Kultur sei.

Mit der Zielsetzung, „Strukturen abzubauen, um Mittel für künstlerische und literarische Zwecke freizubekommen“, plant die Präsidentin des Goethe-Instituts die Aufgabe zahlreicher Einrichtungen. Vor allem Institute in Westeuropa sind von der Schließung bedroht, denn es sei eine „der vornehmsten Funktionen des Goethe-Instituts, dort kulturell zu wirken, wo ein gemeinsamer Verständigungshorizont entwickelt werden muß, um Konflikte gewaltfrei zu lösen“.

Die aktuelle Ausgabe der JUNGEN FREIHEIT mit dem Brennpunkt „Zukunft der Goethe-Institute“ und dem Interview mit Werner Rauch können Sie mit beliegendem Bestellformular kostenlos per Fax oder telefonisch unter 030 – 86 49 53 24 anfordern.

V.i.S.d.P.: Thorsten Thaler, Chef vom Dienst, Hohenzollerndamm 27a, 10713 Berlin

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