Der dreizehnte Mann

Tunesien wird Weltmeister oder Korea – denn die sonstigen fürs WM-Achtelfinale in Aussicht stehenden Mannschaften haben keine Chance mehr, in den Arenen neben dem Zuschauer als „zwölften Mann“ auch noch den Beistand des Allmächtigen als entscheidenden „dreizehnten Manns“ anzurufen. Das hofft zumindest der um absolute Parität bemühte Weltfußballverband. Wie der Sportbeauftragte der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Lausitz, Oberkonsistorialrat Bernhard Felmberg, mitteilte, habe die Fifa, die während der Fußballweltmeisterschaft das Hausrecht in allen Stadien hat, die Kapellen im Berliner Olympiastadion und in der Arena „auf Schalke“ schließen und versiegeln lassen. Begründet würde dies mit Sicherheitsbedenken und dem Respekt vor Angehörigen nichtchristlicher Religionen. Derzeit versuche man aber, die Fifa zum Umdenken zu überzeugen, und schnellstens diesen Schritt wieder rückgängig zu machen, hofft Felmberg. Da die fünf vorwiegend nichtchristlichen Teams (Iran, Korea, Japan, Tunesien und Saudi-Arabien) bisher in keinem der Kapellenstadien gespielt haben und drei Nationen in anderen Arenen allein mit ihrer irdischen Begrenztheit scheiterten, wird selbst die Entscheidung der Fifa-Funktionäre keinen Einfluß haben können. Wie schon in den 16 Weltmeisterschaften vorher werden am Ende wieder Kicker mit Beistand des ewig Unbesiegbaren den WM-Pokal gen Himmel recken.

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