Orientierung verloren

Während Berlin das Brandenburger Tor aus Geldknappheit als Werbeträger einem Energiekonzern gegen einen Obolus angedeihen läßt, kämpft man im prosperierenden Öhringen zwischen Heilbronn und Nürnberg damit, die üppigen Haushaltseinnahmen mit immer verwegeneren Infrastrukturprojekten zumindest ansatzweise auszugleichen. So wurde am letzten Dienstag auf der Gemeinderatssitzung im 22.700 Einwohner fassenden „Mittelzentrum“ des Hohenlohekreises beschlossen, ein Verkehrsleitsystem einzuführen. Und da es in Öhringen, wo der Etat selbst im Internet-auftritt stolz präsentiert wird, wenig Straßenverkehr gibt, hat die stattliche CDU-Mehrheit unter OB Jochen Kübler nun im Rat ein „Fußgänger-Leitsystem“ durchgesetzt. Die Orientierung mit Schildern und Infotafeln über die wenige Hektar große Innenstadt soll durch „schlüssige Wegweisung“ erleichtert werden – die nötigen 50.000 Euro zahlen die Schwaben scheinbar aus der Portokasse.

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