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Tochter des Widerstandskämpfers Carl Goerdeler kritisiert die einseitige Darstellung des 20. Juli anläßlich des 60. Jahrestages: “Patriotismus der Verschwörer wird heute unterschätzt“

Die Tochter eines der führenden Köpfe des 20. Juli 1944, des ehemaligen Leipziger Bürgermeisters Carl Goerdeler, übt Kritik an der Bewertung des 20. Juli als reinem “Aufstand des Gewissens". In einem Interview mit der am Freitag in Berlin erscheinenden Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT sagt die heute 85jährige Marianne Meyer-Krahmer: “Die Formel vom ‚Aufstand des Gewissen‘ zeigt in mancher Hinsicht Abnutzungserscheinungen." Andererseits aber werde die Rolle “welche der Patriotismus für das Zustandekommen des Widerstandes spielte, heute bei weitem unterschätzt". Ihr Vater sei ein “guter Patriot gewesen, so wie alle Beteiligten des 20. Juli … die bereit waren, für das eigene Volk zu leiden. Eine Eigenschaft, die wir heutzutage gar nicht mehr kennen".

Außerdem wendet sich Meyer-Krahmer gegen Tendenzen den nationalkonservativen Widerstand des 20. Juli wegen dessen nationalen Positionen zu kritisieren: “Mein Vater dachte in den Kategorien historischer Tradition und politischer Verantwortung … Konservatismus und Deutschnationalismus waren etwas völlig anderes als der Nationalsozialismus … Solche Kurzschlüsse sind heute leider nur allzu beliebt."

Marianne Meyer-Krahmer saß nach dem 20. Juli 1944 bis zum Ende des Krieges in Sippenhaft, ihr Vater Carl-Friedrich Goerdeler gilt als Kopf des bürgerlichen Widerstandes und wurde am 2. Februar 1945 in Berlin hingerichtet.

V.i.S.d.P.: Thorsten Thaler, Chef vom Dienst, Hohenzollerndamm 27a, 10713 Berlin

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