Mit der Schreckensvision einer rot-grünen Bundesregierug macht die JUNGE FREIHEIT vor zehn Jahren auf. Die Abschaltung aller Kernkraftwerke und ein Benzin-Literpreis von über vier Mark wurden damals von Peter Glotz (SPD) und Joseph Fischer (Grüne) angekündigt. Verwirklichen konnten sie ihre Rezepte allerdings erst vier Jahre später nach dem rot-grünen Wahlsieg. Der damalige sächsische Justizminister und gescheiterte Kandidat für das Bundespräsidentenamt, Steffen Heitmann (CDU), äußert sich im JF-Interview zu Illusionen und Hoffnungen der Menschen aus der DDR nach der Wiedervereinigung und zu seinen persönlichen Erfahrungen im Umgang mit den Medien. Er attestiert der „altgewordenen Demokratie“ Defizite und fordert eine Erneuerung des demokratischen Gedankens aus konservativer Sicht. „Es gibt Wirklichkeitsbereiche, wo Fortschritt nichts bedeutet“, so Heitmann. Zum Begriff der Nation äußert der Christdemokrat, daß die „überwiegende Mehrheit der Menschen“ eine „Nation zur eigenen Standortbestimmung und zur Entfaltung ihres Lebensgefühls“ brauche. Manuel Ochsenreiter