„Eines Tages wird es strahlende Wirklichkeit!“

Herr Springmann, weshalb engagieren Sie und Ihre Mitstreiter sich für ein „Freudenmal“ in Berlin? Springmann: In der historischen Mitte unserer Hauptstadt muß es ein Denkmal geben, ein „Lichtzeichen“ zur Erinnerung an das kurzfristige, von der politischen Kaste wieder schleunigst unterdrückte deutsche Volksbewußtsein. Der Hintergrund dieser Idee ist die von Johann Gottfried von Herder so prägnant umschriebene geistige Realität: „Die Völker sind die Gedanken Gottes“. Einer der schönsten und lichtvollsten dieser Gottesgedanken ist das Deutschtum. Daran soll das Freudenmal auch erinnern, daß es der Auftrag an alle Deutschen ist, diese geistige Realität in eine physische umzusetzen. Wie schätzen Sie die Chancen ein, daß dieses Projekt tatsächlich realisiert werden wird? Springmann: Die Chancen müssen dem rechnenden Intellekt der „Realisten“ gleich null erscheinen. Aber da es sich nicht um ein menschengemachtes Hirngespinst handelt, sondern um einen Einfall aus dem Reich der Ideen, weiß das viel weitsichtigere Herz: Eines Tages wird das unmöglich Erscheinende doch strahlende Wirklichkeit! Damit möglichst viele dazu beitragen, muß an die Tatsache erinnert werden, daß die so bitter notwendige politische Wende trotz aller möglichen klugen Pläne niemals stattfinden kann, wenn nicht zuvor eine geistige Wende durch eine Art „Um-Umerziehung“ unseres Volkes stattgefunden hat. Und auch dazu kann die nach unserer Demo hoffentlich einsetzende breite Diskussion über das Freudenmal ein guter Beitrag sein. Inwieweit gibt es bereits Absprachen und Kontakte mit der Politik, ohne die ja so ein Bauwerk nicht veröffentlicht werden kann? Springmann: Mit dem CDU-Abgeordneten Günter Nooke, der eine ähnliche Initiative im Bundestag vorzubereiten versuchte, hatte ich einen guten Kontakt. Er stand der Freudenmal-Idee positiv gegenüber. Das klägliche Scheitern von Herrn Nookes Initiative im Bundestag sehe ich als Bestätigung meiner Auffassung, daß die derzeitige politische Konstellation – natürlich einzelne ehrenwerte Politiker ausgenommen – es überhaupt nicht wert ist, sich mit so etwas Großartigem zu beschäftigen. Wenn die Idee erst vom Volk verstanden ist, werden sich schon betuchte Leute finden, die etwa mit einer „Stiftung Freudenmal“ die Sache so in Schwung bringen, daß wir dazu überhaupt keine Staatsgelder brauchen. Wieviel Mitstreiter konnten Sie bis heute für das „Freudenmal-Projekt“ sammeln? Springmann: Mitstreiter, also Interessenten, die ihre Zustimmung erklärt haben beziehungsweise einen Obolus zu unserer Arbeit beitragen, sind es inzwischen einige hundert. Aber wie das so ist, die wirklichen und daher auch wirksamen Aktivisten, die bei unserem regelmäßigen „Ratschlag“ mitarbeiten, waren noch nie mehr als etwa 50. Welche Reaktionen haben Sie bislang auf Ihre Idee bekommen? Springmann: Begeisterte Zustimmung von den Teilnehmern ungezählter „patriotischer“ Veranstaltungen, wo ich Gelegenheit hatte, diese Idee vorzustellen. Kühle Reserve bis hin zu krasser Ablehnung bei den meisten „Gurus“ dieser Stammtische, Vereinigungen und „Bewegungen“ und damit eine schmerzhafte Lehre über einen der Gründe der hoffnungslosen Zersplitterung im „nationalen“ Lager. Daher habe ich voriges Jahr die „Aktionsgemeinschaft der Deutschlandliebenden“ (AGDL) ins Leben gerufen, um nicht den soundsovielten Verein mit Vorsitzendem und all dem Klimbim zu gründen. Die AGDL ist ein Zusammenschluß einiger Aktivisten zur Erarbeitung von Möglichkeiten, von Angeboten auf neutraler Basis, an denen alle Gruppen und Parteien gemeinsam mitwirken können, wenn sie ihre Parteifahnen zu Hause lassen. Und unser erstes derartiges Angebot ist die Demo jetzt am 5. Juli. Welche Bezugspunkte der deutschen Geschichte sowie der deutschen Gegenwart werten Sie als besonders positiv und damit „gedenkenswert“? Springmann: Erwarten Sie von mir ein neues tausendseitiges Geschichtswerk, das immer noch nicht ausreichen würde und mich in Verlegenheit bringen würde, mit meiner Wertung als „besonders positiv“ wiederum viele andere Glanzpunkte zu ignorieren? Das Schöne, Glänzende, Verehrungswürdige des deutschen Wesens, von Hermann dem Cherusker über Prinz Eugen den edlen Ritter, den ersten Diener seines Staates Fredericus Rex, von Walther von der Vogelweide über den Schuster Jakob Böhme zu den Klassikern um Goethe zieht sich doch wie eine wunderbare Leuchtspur durch unsere Geschichte, die erst in der Finsternis unserer Zeit erlischt. Einem neuen Aufleuchten die Möglichkeit zu verschaffen, auch dazu kann ein Impuls vom Freudenmal ausgehen. Sind die Deutschen überhaupt noch zu „positivem“ Gedenken fähig? Springmann: Genau davon bin ich zutiefst überzeugt, sonst hätte ich mich alten Ackergaul nicht noch mal vor den politischen Karren gespannt. Was viele bezweifeln oder überhaupt keine Ahnung davon haben, weil man es auch kaum beschreiben, schon gar nicht analytisch bestimmen kann, dieses geheimnisvolle Etwas ist für mich genauso eine Realität wie für C. G. Jung, der es das „Archetypische“ nannte. An diese tiefsten Wurzeln unseres Deutschtums haben die haßerfüllten Umerzieher überhaupt nicht heranreichen können bei ihrem Wüten gegen das Deutschtum. Wenn wir alle, besonders Ihr Journalisten, aus diesem Schatz im Unterbewußtsein zu schöpfen versuchen, wird er uns gelingen, der „Dornröschenkuß“. Glauben Sie, dieses „Freudenmal“ könnte der Wirkung der zahlreichen Mahn- und Gedenkmale „entgegenwirken“? Springmann: Voraussetzung ist, daß wir alle die natürlich auch vorhandenen miesen Seiten und dunklen Flecken im deutschen Wesen als etwas dem kosmischen Urgesetz der Polarität Entsprechendes verstehen lernen. Wir dürfen davor nicht unsere Augen verschließen. Dann kann die Erinnerung an Ereignisse, wo das wunderbare Licht des Deutschtums hell in Erscheinung trat, als etwas Befreiendes, Seelenerwärmendes, das derzeitige Übermaß der Schmähungen ins rechte Lot rücken. Es ist eines der gottgegebenen Naturgesetze, welches einem „ein-leuchtet“, wenn man meditativ viele, viele Sonnenaufgänge miterlebt hat. Das Licht „bekämpft“ nicht das Dunkel, sondern durchdringt es. Diesen Vorgang in unserer Volksseele zu initiieren, ist unser aller Deutschlandliebende heilige Pflicht. Rechnen Sie ernsthaft damit, daß dieses Freudenmal gebaut wird? Springmann: Ich rechne in solchen Bereichen möglichst gar nicht, obwohl ich meistens in Mathe ’ne Eins hatte. Hier gilt für mich nur Glaube, Hoffnung, Liebe. Jetzt geht es auch erstmal nicht um das Bauwerk selbst, sondern um unsere Demo dafür, zu der sich am 5. Juli alle Deutschlandliebenden zwischen 10 und 11 Uhr in Berlin auf dem Alexanderplatz versammeln. Skizze des Freudenmals: „Hier gilt für mich nur Glaube, Hoffnung und Liebe!“ Baldur Springmann , geboren 1912 im westfälischen Hagen, ist Öko-Bauer. In den siebziger Jahren war er in verschiedenen Umweltschutzvereinigungen und in der Anti-AKW-Bewegung engagiert. Springmann gehörte zu den Mitbegründern der Grünen, die er bereits im Juni 1980 wegen der Besetzung von Schlüsselpositionen durch K-Gruppen wieder verließ. Danach beteiligte er sich an der Gründung der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), kehrte kurz darauf aber der Parteipolitik den Rücken. Im März 2002 rief er die Aktionsgemeinschaft der Deutschlandliebenden (AGDL) ins Leben. Der überparteiliche Zusammenschluß setzt sich für die Schaffung eines Freudenmals in Berlin ein. Die für kommenden Samstag (5. Juli) geplante Demonstration für die Errichtung dieses Freudenmals zur Erinnerung an den Fall der Berliner Mauer 1989 beginnt um 11 auf dem Alexanderplatz und endet gegen 14 Uhr auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor. Kontakt: AGDL: Postfach 65 21 48, 22372 Hamburg, E-Post: kkaping@t-online.de weitere Interview-Partner der JF

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