Neue Zielgruppen

Gartenzwerge sind typisch deutsch. Wen wundert es da, daß es Leute gibt, die sich auch um die Integration von „Migranten“ im Zwergenreich sorgen? Satire? Von wegen! Der Marktführer unter den Zwergenherstellern bietet nun auch „multikulturelle Gartenzwerge“ an. „Nein, nein …“, mit politischer Korrektheit habe das nichts zu tun, wehrt der Chef des Großhandels für Märchenpersonal ab: „… wir Deutschen haben Humor und sind flexibel — warum sollen wir andere Völker denn nicht mit Figuren an unserer Kultur teilhaben lassen, mit deren Gestalt sie sich identifizieren können?“ fragt „Zwergenkönig“ Andreas Klein  aus Hünstetten im Taunus (www.zwergen-power.com). Klein erklärt gegenüber der JUNGEN FREIHEIT: „Durch das Plakat zur interkulturellen Woche in Frankfurt, das mit ethnischen Gartenzwergen wirbt, bekamen wir plötzlich massenhaft Anfragen. Die ersten vier Exemplare sehen darum noch etwas unoriginell aus. In Kürze gestalten wir eine größere Serie ethnischer Sondermodelle — dann kommt auch die Zwergen-Hawaiianerin mit Bastrock.“ Klein meint, seit 1870 habe sich der Gartenzwerg so stark verändert, daß es kein „Original“ gebe, dem man unbedingt treu bleiben müsse. Der Ethno-Zwerg sei daher auch kein Angriff auf die deutsche Kultur, eher ein Angebot zum Export in fremde Kontinente.

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