AFD Sachsen Wir Frauen brauchen keine Quote!

 

Neue Wege für Jungs

Früher wurde in der „Koeduka­tionsdebatte“ darüber gestritten, ob Mädchen im gemeinsamen Schulunterricht mit Jungs benachteiligt und „unterdrückt“ werden. Heute ist diese Diskussion absurd, denn die Praxis zeigt: Es ist genau umgekehrt! Weibliches Verhalten wird zur Norm, an der Jungen gemessen werden. Aus der Aufwertung der Mädchen wird eine Abwertung der Jungs: Jungen sollen stricken lernen — müssen Mädchen etwa mit Hammer und Säge arbeiten? Wilde Mädchen sind temperamentvoll — wilde Jungs verhaltensauffällig. Während die Selbstverteidigungskurse für Mädchen an den Grundschulen ausgebucht sind, stehen Jungs, die mit ausgestrecktem Finger „Peng!“ sagen, schon mit einem Bein beim Schulpsychologen. Erziehungswissenschaftler kritisieren, daß sich in der Schule eine antimännliche Pädagogik breitmache, die Jungs der Fähigkeit beraubt, ihre männliche Körperlichkeit kennenzulernen, weil gleich ein Pädagoge angerannt komme, wenn zwei Jungs mal raufen. Wenn diese Selbsterfahrung durch Einhüllung in weibliche Harmonie gefesselt wird, so die These, führt das auch zu einer Störung der kognitiven und sozialen Entwicklung. Gegenvorschlag: Öffnet die Schulen für Männer. Aber keine Pädagogen, sondern gestandene Kerle wie Handwerker oder Bildhauer mit starker Persönlichkeit. Doch die verantwortlichen Politiker(-innen) wollen davon nichts wissen. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) läßt mitteilen, das Thema falle nicht in ihr Ressort. Sich für die Gleichbehandlung von Mädchen einzusetzen, wirkt modern, aufgeklärt, fortschrittlich; „Kampf für benachteiligte Jungs“ klingt wohl irgendwie uncool oder möglicherweise sogar „sexistisch“ — igitt! Die meisten Soziologen sehen ohnehin gar kein Problem. Für arrivierte Postfeministinnen wie Bildungssoziologin Heike Diefenbach ist die Bildungsschieflage zugunsten der Mädchen eine „erfreuliche Verringerung der sozialen Ungleichheit zwischen den Geschlechtern“. Wenn man die Ursache für schwächere Leistungen von Mädchen in technischen Bereichen grundsätzlich in „Machtstrukturen“ sieht, muß man das natürlich so sehen. Da es aufgrund des Desinteresses kaum empirische Studien zum Thema gibt, existiert auch kein Lösungsmodell. Wie auch, wenn bundesweit 83 Prozent der Grundschulpädagogen Frauen sind? Hinzu kommt, daß eine Reihe konfuser Thesen der „Geschlechterforschung“ der 1970er Jahre längst als Allgemeingut im Schulalltag verankert sind. Und das feministische Dogma ist mächtiger als die Pisa-Statistik: „Mädchenbeauftragte“ kämpfen weiter an Schulen gegen angebliche Männerdominanz — zum Beispiel mit „Checklisten“, die fragen: „Wird beim Verkauf ausrangierter Schulcomputer an SchülerInnen gewährleistet, daß die Zahl der Käuferinnen dem Prozentsatz der Schülerinnen an der Schule entspricht?“ In der „Jungenarbeit“ tummeln sich dann Vereine wie der vom Land Berlin, dem Bund und der EU geförderte Berliner Dissens e.V., der eifrig am „Rollenverständnis“ der Jungs herumschraubt. Das „Beratungs-, Bildungs- und Forschungsinstitut“ liegt im offenen Dissens mit der „herrschenden Männlichkeit“, fördert die „Neuorientierung männlicher Lebensweisen“, kooperiert darob mit der Technischen Universität Berlin, der Katholischen Universität für Sozialwesen Berlin oder der Universität Osnabrück und sitzt, wenn es im „Gender-Manifest“ (gender-mainstreaming.org) um den „Aufbruch zu mehr Geschlechtervielfalt“ geht, auch gern im Boot mit Vertretern der Rosa-Luxemburg-Stiftung und all den anderen unermüdlichen Gender-Netzwerkern, die für die Aufhebung der Geschlechtergrenzen kämpfen. Doch nun hatte ausgerechnet der Spiegel im Zusammenhang mit dem Gender Mainstreaming berichtet, Dissens versuche Jungen das Fußballspielen auszutreiben, weil das Kicken „nicht auf Körperwahrnehmung“ ziele. Das gefiel den Dissensern nicht, und sie wehrten sich gegen die „Delegitimierungskampagne gegen geschlechtsbewußte Pädagogik und Gender Mainstreaming“ aus Hamburg und erklärten: „Der Autor beschreibt Gender Mainstreaming als Erziehungsprogramm, das nicht nur die Lage der Menschen, sondern die Menschen selbst ändern solle.“ In Wirklichkeit, so Dissens, ziele die Strategie jedoch nur auf Veränderung der Politik. Außerdem habe das Magazin das Dissens-Projekt „Neue Wege für Jungs“ mißverstanden: Tatsächlich gehe es um „die Erweiterung von Berufsperspektiven für Jungen um soziale und pflegerische Kompetenzen, damit Jungen sich nicht weiterhin selbst aus als ‘weiblich’ angesehenen Berufsfeldern ausschließen“. Dissens wolle eben nicht die männliche Identität zerstören, sondern höchstens das „traditionelle Bild“ davon. Foto: Gender-Schock: Irritationen durch die vielfach propagierte „Neuorientierung männlicher Lebensweisen“

Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
Hierfür wurden keine ähnlichen Themen gefunden.
aktuelles