Hilfe aus der DDR

So ernüchternd die olympische Bilanz der deutschen Ruderer und Schwimmer auch ausfiel, so irritierend ist für den in der DDR geschulten Betrachter die Fixierung auf den Medaillenspiegel. Dienten doch damals die durch Drill und mancherlei Doping errungenen Siege einzig dazu, das eigene Bild vor der Welt zu verschleiern. Doch dies ist lange her und die Malaise im deutschen Ruder- und Schwimmsport groß. So erklärte SFB-Sportreporter-Urgestein Jochen Sprenzel nach dem Ruder-Debakel, helfen könne dem Deutschen Ruderverband (DRV) nur noch ein Ex-DDR-Trainer mit Auslandserfahrung. Dies sah man im DRV ähnlich, zog zwei „DDR“-Trainer in die Wahl, ließ deren Dopingvergangenheit durchleuchten und machte Hartmut Buschbacher (zuletzt in den USA und China tätig) zum Cheftrainer. Strukturveränderungen im Deutschen Schwimmverband fordert laut Berliner Zeitung auch die erfolgreiche Schwimmerin Cathleen Rund und bringt die Sportfördergruppe der hessischen Polizei ins Spiel. „Ein Vorzeigeobjekt für ganz Deutschland“, findet Runds Trainer Großmann, „das sind Rahmenbedingungen wie früher in der DDR.“ Dort, beim SC Dynamo Berlin, hätten zehn Leute Weltniveau gehabt, sagt er: „Da warst Du mit Bronze der Arsch.“

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