Joachim Kuhs

 

Fahnenverbot

Für Fußballfans in Deutschland wird es immer schwerer, ihre Fankultur auszuleben. Über die Schikanen, denen aktive Fans ausgesetzt sind, berichtete jüngst der Club Nr. 12 — eine unabhängige Vereinigung aktiver Anhänger des FC Bayern — in einem Rundschreiben. Ein Thema unter vielen ähnlich gelagerten ist die Debatte um den Einsatz von Schwenkfahnen bei Heimspielen der Bayern-Amateure. Mit Einführung der Dritten Liga wurde zunächst ein Verbot ausgesprochen, dann aber Gesprächsbereitschaft signalisiert. Die Fans wurden zu einer Vorführung ins leere Stadion geladen. Dort beobachteten 18 Personen vom Brandschutz, Ordnungsdienst, der Polizei und dem Kreisverwaltungsreferat, wie probeweise eine Fahne geschwenkt wurde. Es folgte eine zehnminütige interne Diskussion, ehe den beiden wartenden Fans das Ergebnis mitgeteilt wurde: Probeweise erlaubt, aber die Fahnenstange ist um 50 Zentimeter zu lang. Als sich die Anhänger bereit erklärten, die Fahne sofort abzusägen, wurde ihnen nach kurzer Beratung mitgeteilt, das wäre zu kurzfristig, sie sollten die Fahne vielmehr für das nächste Spiel noch einmal beantragen. Dann wurden Fans und Fahne in Polizeibegleitung aus dem Stadion geführt.

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