Ausgekochte Allzweckwaffe

JBK – ein Mann bringt Ordnung ins Küchenchaos. Während seine Starköche sich um die besten Plätze am engen TV-Herd rangeln, rennt der Gastgeber wild umher und lüftet sämtliche Deckel. Nebenher wird in seiner Sendung „Kochen bei Kerner“ viel gelabert, möglichst Gehaltloses, versteht sich. Johannes B. Kerner ist als Gourmet annähernd so glaubwürdig wie Kim Jong Il als Friedensfürst. Doch offenbar geht das Kochtalk-Format aus Herumrennerei und Frotzeleien mit anschließender Häppchenverkostung voll auf. „Kochen bei Kerner“ ist mit 1,4 Millionen Zuschauern im Schnitt die erfolgreichste Kochsendung im deutschen Fernsehen – noch vor „alfredissimo“ mit Biolek, dem Großvater aller TV-Küchengespräche. Omnipräsent – Johannes der Entkerner beim ZDF Damit das so bleibt, brutzeln Kerners Köche von Johann Lafer bis Sarah Wiener auch im TV-Sommerloch weiter. Unter dem irreführenden Titel „Kerner kocht“, einer siebenteiligen Kochshow, gibt es neben altvertrautem Küchenpersonal ein paar Neuheiten. So geben Lafer, Schuhbeck, Wiener und Co in Teil 1 der Reihe unter dem Titel „Sommernachtstraum“ (Fr., 14. Juli, 23.00 Uhr, ZDF) eine Kostprobe ihrer schauspielerischen Fähigkeiten. Kroß gebratenes Doradenfilet mit Safrantomaten in Chorizosud, dazu Shakespare-Verse, mal in schwäbischer, mal in österreichischer Mundart serviert. Kerner als König der Elfen, Wiener als Titania – oder Shakespeare labern mit Lafer? Ein echter Sommernachts-Alptraum. Fehlt nur noch, daß JBK schlußendlich selbst zum Kochlöffel greift.

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