Weichzeichner

Wir werden es grundlegend anders machen, damit es grundlegend besser wird für Deutschland“, lautet der neue nichtssagende Satz, mit dem Angela Merkel durchs Land zieht. Eine typische Politiker-Phrase, in die jeder hineininterpretieren kann, was er möchte. „Wahlkampf mit Weichzeichner“ tönte deswegen der Spiegel letzte Woche und fragt, ob die Union auch hübschartig die Wahrheit sage. Als hätte Gerhard Schröder 1998 gesagt: „Ich hinterlasse ein Mega-Haushaltsdefizit und fünf Millionen Arbeitslose. Wenn ich mit Euch fertig bin, dann gehört der Hoechst-Konzern Franzosen, die Hypovereinsbank Italienern und Friedrich Grohe US-Amerikanern, die ich dann als Heuschrecken verunglimpfen lasse.“ Kanzler Schröder hat das alles nicht angekündigt. Statt dessen ist er mit „Wir werden nichts alles anders, aber vieles besser machen“ angetreten. Warum sollte Merkel es jetzt anders tun? Bei der „CDU Media-Night“ hat sie jetzt etwas durchblicken lassen und gefordert, daß wir in Deutschland wieder risikofreudiger werden müssen, „auch mal einen Flop zu wagen.“ Na, hoffentlich ist das mal kein Omen!

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