Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Scambaiting 2

Hartgesottene Scambaiter verwickeln die Betrüger in mitunter wochenlange Schriftwechsel, erfinden dabei haarsträubende Geschichten und machen die Täter zu Opfern. Kurioserweise erweisen sich dabei diejenigen, die von der Naivität ihrer Mitmenschen profitieren wollen, als mindestens genauso leichtgläubig und nehmen den Spaßvögeln jede noch so absurde Flunkerei ab. Die wohl unterhaltsamste Anekdote ist die von John Ademola, dem ein Surfer vorlog, er sei ein Supermodel namens Gillian Anderson und unsterblich in ihn verliebt. Der angebliche Direktor der Nigerian National Petroleum Corporation ereiferte sich derart über die Fotos des echten Akte-X-Stars, daß er für den angekündigten Besuch eine Suite im dortigen Sheraton Hotel buchte – auf eigene Kosten. Ein wesentlicher Aspekt beim Scambaiting ist das Sammeln von Trophäen wie Fotos der Geleimten. Man verlangt als Vertrauensbeweis dabei oft groteske Posen oder ein umgehängtes Schild mit einer eindeutig zweideutigen Botschaft. Zu den Ikonen der Scambaiter zählt, wer die Betrüger so weit manipuliert, daß sie Bargeld schicken. Mitleid hat man keines mit den geleimten Gaunern, jedoch wehrt man sich entschieden gegen den Vorwurf des Rassismus. Auf den populären Scambaiter-Fanseiten im Netz, die unter www.ScamOrama.com, www.419eater.com, Baita.Mugu.co.uk oder www.WhatsTheBloodyPoint.com zu finden sind, kann man die tolldreisten und manchmal nicht ganz ungefährlichen Abenteuer inklusive Verwünschungen der betrogenen Betrüger nachlesen, kopfschüttelt Euer EROL STERN

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