PC statt Märklin

Die Computerspielbranche hat sich nur über das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft noch mehr gefreut als über die laschen Sommerwochen im Juli. Über eine Milliarde Euro geben die Deutschen jährlich für Computerspiele aus. Jeweils zur Hälfte für Spiele auf dem PC und auf Spielkonsolen wie Sony Playstation. Die Spielkonsole ist für viele Männer heute das, was früher die Eisenbahn ihres Sohnes war. Weil die Deutschen aufs Kinderkriegen neuerdings verzichten, gibt es keine Söhne und auch keine Eisenbahnen mehr. Das ist der Stoff, aus dem eine volkswirtschaftliche Diplomarbeit verfaßt werden könnte: Umsatzeinbußen bei Märklin versus Verkaufsschlager Nintendo. Die meisten Spiele kommen aus dem englischsprachigen Ausland. Die Amerikaner dominieren das Geschäft. Sie beliefern die größeren Heimatmärkte und haben deswegen einen klaren Vorsprung vor ihrer deutschen Konkurrenz. Im Grund ist das nicht anders als in der Filmindustrie. Branchenriese ist Electronic Arts (EA), die zum Beispiel den Kassenschlager „Command and Conquer“ konzipiert haben. Drei Milliarden hat die Firma Silicon Valley letztes Jahr weltweit umgesetzt. Aber es gibt auch deutsche Firmen wie CDV oder Data Becker. Bei letzterer haben wir neulich ein Spiel gekauft, was wir nur alle Jubeljahre mal machen. Aus unerfindlichen Gründen funktionierte es nicht. Eine Geld-zurück-Garantie gibt es da natürlich nicht, weil man sich die CD längst kopiert haben könnte. Trotzdem: Data Becker erstattete unverzüglich den Kaufpreis. Danke, Data Becker!

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