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Gehirnschmelze

Vor der Präsidentschaftswahl in den USA wurden die Deutschen noch einmal mit Michael Moores Propagandafilm „Fahrenheit 9/11“ dauerberieselt. Es kam uns vor, als wolle Sat.1-Chef Haim Saban hierzulande noch die letzten Auslandsamerikaner zur Stimmabgabe für John Kerry gewinnen und gleichzeitig linksliberale Deutsche in ihrem Anti-Amerikanismus bestätigen. Dabei zeigt die Wiederwahl von George W. Bush, daß auch die neokonservative Antwort auf den „fat and stupid white man“ Moore im deutschen Fernsehen hätte gezeigt werden müssen – schon der Ausgewogenheit wegen. In „Celsius 41,11 – die Temperatur, bei der das Gehirn schmilzt“ setzen sich Bush-Anhänger mit den Argumenten Moores auseinander. Der Film ist ein Propagandastreifen – keine Frage. Neben einer Heroisierung des US-Präsidenten bietet er schöne Bilder von marxistischen US-Kriegsgegnern, die sich positiv über Saddam Husseins Terrorregime äußern. Als Kommentator gibt Charles Krauthammer, einer der eifrigsten US-Neokonservativen, seinen Senf dazu. Dennoch enthält „Celsius 41,11“ einige Fakten. Zum Beispiel das eklatante Versagen der Vorgängerregierung in Sachen al-Qaida. Eher peinlich: Die Filmemacher behaupten, die Angst vor Massenvernichtungswaffen sei berechtigt gewesen. Und im Nahen Osten entstünden jetzt endlich Demokratien nach westlichem Vorbild. Trotzdem ist „Celsius 41,11“ ein durchaus sehenswerter Film wider den amerikanischen Aufstand der Anständigen, deren Ikone Michael Moore hier entzaubert wird.

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