Wertewandel

Man stelle sich einmal meine freudestrahlenden Augen vor, als ich verzückt nach Hause zu meinen Eltern kam und meinem Vater stolz mein neuestes Schnäppchen präsentierte: Ein Fünferpack Disketten für nur zwanzig Mark! Zugegeben, dieses Szenario ist mittlerweile zwanzig Jahre her und die Deutsche Mark gibt es auch nicht mehr, doch tummeln sich noch heute reichlich betagte Computer, die genau jene ebenfalls nicht mehr erhältlichen 5,25-Zoll-Disketten mit einfacher Schreibdichte dringend benötigen. Dieser Problematik hat sich aktuell das Unternehmen Individual Computers angenommen und einen Hersteller ausfindig machen können, der seinen eingemotteten Produktionsmaschinen wieder neues Leben einhauchen konnte. Ein Zehnerpack kostet heute ebenfalls umgerechnet zwanzig D-Mark. Stellt man sich die mikroskopisch sauberen Produktionsstätten und den enormen technischen Aufwand der relativ kleinen Stückzahlen vor, so ist dies vergleichsweise günstig. Setzt man jedoch dagegen, daß wir in einer Informationsgesellschaft leben, so ergibt sich ein weiter differenziertes Bild und man gerät ins Grübeln. Kauft man beispielsweise heute ein Softwareprodukt, eine Musik-CD oder DVD, so beträgt der Preis mitunter das Hundert- bis Tausendfache des eigentlichen Datenträgers. Noch extremer zeigt sich dieser Wertewandel, wenn man sich diese Daten gänzlich immateriell im Internet herunterlädt, so daß für das rein physikalisch betrachtete Austauschen von Elektronen beachtliche Summen auflaufen – ganz so, als würde man einen Geist erwerben, kontinuiert Euer philosophierender EROL STERN

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