Provokation

In deutschen Kinos läuft derzeit eine Filmdokumentation namens „Ausländer raus“. Der 90minütige Streifen beschäftigt sich mit einem Wiener Projekt von Christoph Schlingensief, dem exzentrischen wie einfallsreichen Theatermacher aus Deutschland. Schlingensief hatte schon früher in Österreich für Schlagzeilen gesorgt. Mit einer Busladung von deutschen Arbeitslosen „besuchte“ er das Feriendomizil von Bundeskanzler Helmut Kohl. Beim gemeinsamen Bad sollte der Wolfgangsee über die Ufer treten, damit dem „Dicken“ der Urlaub vergällt werde. Auch ohne daß der Pegel nennenswert stieg, landete Schlingensief damals einen großartigen Erfolg. Seine Inszenierung wurde von größerem Medieninteresse begleitet als seine Theaterstücke. Auch das Projekt „Schlingesiefs Container“ wurde im Jahr 2000 vielfach besprochen. Kurz nach dem Eintritt der FPÖ in die Regierung hatte Schlingesief zwölf vermeintliche Asylbewerber nach Big-Brother-Manier eingesperrt. Das Publikum durfte unter dem Motto „Ausländer raus“ alle paar Tage einen der „Asylanten“ abwählen. Dem „Sieger“ sollte die Möglichkeit eingeräumt werden, eine Einheimische heiraten zu können, um ein dauerhaftes Bleiberecht zu bekommen. Diese typische Schlingensief-Provokation sollte den Haider-Österreichern den Spiegel vor Augen halten. Kommentiert wird das Pseudo-Kunstwerk von unvermeidlichen Vertretern der österreichischen Geisteswelt wie Elfriede Jelinek. Übrigens stellte sich nach dem vorzeitigen Abbruch des Projekts heraus, daß die „Asylanten“ allesamt Schauspieler waren.

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